Regulatoren sorgen sich um kleine Kryptoanleger

18. März 2022, 14:21
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In der EU dürften Krypto-Regulierungen anstehen. Foto: Sara Kurfeß / Unsplash

EU-Aufsichtsbehörden formulieren eine eindringliche Warnung wegen Krypto-Assets und warnen vor Betrug und Totalverlust. Auch die Finma rät zu Vorsicht.

In der EU könnte bald eine Regelung für Kryptoanlagen in Kraft treten. Die drei Europäischen Aufsichtsbehörden des Finanzaufsichtssystems haben sich nun in einer gemeinsamen Mitteilung zur Anlageklasse geäussert: Diese sei hoch riskant und spekulativ. Die Aufsicht begegnet damit dem Trend, dass sich mehr und mehr Kleinanleger für die kaum regulierten Krypto-Assets interessieren, während diese lautstark beworben werden.
Diese Vermögenswerte seien für die meisten Kleinverbraucher weder als Anlage noch als Zahlungs- oder Tauschmittel geeignet, heisst es in der Mitteilung. Die Aufsichtsbehörden verweisen auf einen Vorschlag zu EU-Richtlinien für Kryptomärkte, der aber noch nicht in Kraft ist. Diese sollen einen umfassenden Rahmen für die Regulierung und Beaufsichtigung von Emittenten von Kryptowerten und Anbietern von Krypto-Dienstleistungen bieten, der Verbraucher schützt. Damit soll auch irreführende Werbung erschwert und der Totalverlust von kleinen Anlegern verhindert werden.
Erst Anfang März hatte das EU-Parlament weitgehende Beschränkungen verworfen: Aus dem Entwurf für die Richtlinien für die Erbringung von Krypto-Dienstleistungen wurde eine Passage gestrichen, die ein Verbot von Währungen vorsah, die wie der Bitcoin auf Proof of Work beruhen. Grund für den Vorschlag war der enorme Energieaufwand des Konsens-Mechanismus.

Der Schweizer Weg: Innovation und Warnung

Die "Kryptonation" Schweiz, wie sie Johann Schneider-Ammann genannt hat, geht einen anderen Weg: Angesichts des geschäftigen Treibens in der Tokenisierung und dem Krypto-Finanzumfeld trat hierzulande ein Gesetz für die Distributed-Ledger-Technologie in Kraft: Seit August 2021 ist in der Schweiz eine der "innovationsfreundlichsten Blockchain-Regulierung der Welt" gültig, hielt die Swiss Blockchain Federation damals fest.
Auch die hiesige Finanzmarktaufsicht Finma warnt in einer Wegleitung indes: Das grosse Interesse an einzelnen Kryptoprojekten habe wiederholt zu rasanten Preisanstiegen geführt, die oft nicht nachhaltig seien und teilweise gar in betrügerischer Absicht herbeigeführt würden. "Anleger sollten sich gerade bei schnellen Preisanstiegen bewusst sein, dass auch Totalverluste möglich sind", so der Ratschlag.

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