Rekord: In der Schweizer IT-Branche arbeiten 132'000 Personen

2. September 2022, 09:46
image
115'000 Vollzeitstellen verteilen sich über die Schweizer IT-Branche.

Eine neue Statistik zeigt, wie sich der IT-Fachkräftemangel weiter zuspitzt. Sie legt aber nicht die ganze Dimension des Problems offen.

Die IT-Branche der Schweiz verzeichnet einen neuen Höchststand an Beschäftigten. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) haben dort im 2. Quartal 2022 rund 132'000 Personen gearbeitet. Das ist eine Zunahme von 6,4% im Vergleich zum Vorjahr, als in der Branche 124'000 Personen tätig waren.
Das schlägt die ohnehin bemerkenswerte Dynamik des gesamten Arbeitsmarktes im Bereich Dienstleistungen deutlich: Dieser wuchs um 3,4% auf 4,2 Millionen Beschäftigte. "Dies ist der stärkste Anstieg seit Einführung der Statistik in der heutigen Form im Jahr 1991", schreibt das BFS.
Etwas mehr als ein Viertel in der IT-Branche arbeitet Teilzeit, die IT-Fachleute teilen sich 115'000 Vollzeitstellen. Das wiederum ist deutlich tiefer als über die gesamte Wirtschaft betrachtet, wo etwas über 40% nicht Vollzeit arbeiten.
In der IT-Branche könnten noch deutlich mehr Informatiker einen Job finden. 7'000 Stellen sind laut BFS offen, eine Zunahme von über 60%. Das BFS spricht den dort Arbeitenden dann auch die grösste Chance auf künftige Beschäftigung zu. Und auch die Schwierigkeit bei der Rekrutierung von IT-Fachkräften bekommt einen neuen Höchstwert seit Anfang 2021 (getoppt allerdings von einigen Bereichen in der Industrie).
Und das zeigt längst nicht die gesamte Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt.
Nicht inbegriffen in den Zahlen sind Beschäftigte in Unternehmen, die zwar auch IT-Dienstleistungen erbringen, aber hauptsächlich in anderen Branchen wie der Finanzindustrie tätig sind. Und auch Informatiker bei Banken, Versicherung oder Behörden fallen raus. Was in der Statistik als "Wirtschaftsabteilung Informationstechnologie und Informationsdienstleitungen" ausgewiesen ist, deckt sich in etwa mit der landläufigen Vorstellung der IT-Branche in der Schweiz: von Herstellern über Dienstleister und Softwareentwickler bis zu Resellern.
Die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt wird von der Statistik also nicht in ihrer vollen Dimension abgebildet. Auf die Probleme wurde seitens Bildung und Politik bereits verschiedentlich reagiert, auch wenn das laut Bekunden von Experten nicht reicht. Ein "Reservoir", das noch immer schlecht erschlossen ist, sind IT-Fachfrauen. Laut BFS sind nämlich bloss 23,6% der Beschäftigten in der Branche weiblich.
Die Zahlen stammen aus dem heute publizierten Beschäftigungsbarometer des BFS. Dort ist auch die Telekommunikation gelistet, in der im 2. Quartal 2022 rund 26'000 Personen tätig waren, ein Rückgang von 3,3% im Vergleich mit dem Vorjahr.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Softwareone erhält an einem Tag 2 Freihänder für fast 14 Millionen Franken

Der Stanser IT-Dienstleister ist bei Swissgrid Reseller für Standardsoftware und kann fürs Stadtzürcher OIZ die Lizenzen für die Microsoft-EDR-Lösung liefern. Dafür kassiert Softwareone Millionen.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022