Rekord: In Europa flossen 2021 über 88 Milliarden Risikokapital an Startups

8. April 2022, 13:59
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Jungunternehmer in Europa durften sich letztes Jahr über grossen Geldsegen freuen. Foto: Austin Distel / Unsplash

Die hohe Zahl geht auch auf den Anlagedruck der Investoren zurück. Die Schweiz verbessert sich, bleibt im Finanzierungsvolumen aber schwach.

Ganze 88,1 Milliarden Euro an Risikokapital flossen letztes Jahr in europäische Startups. Damit stiegen die Investitionen um 141% und lagen auf einem Allzeithoch. Dies zeigt das Startup-Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Schweizer Jungunternehmen konnten sich 2021 rund 2,7 Milliarden Euro aus dem Topf sichern. Das ist Rang 7 in Europa.
Besser platziert hat sich die Schweiz in Sachen "Finanzierungsrunden". Die 623 Deals über das ganze Jahr sicherten den hiesigen Startups Rang 4. Nur in Grossbritannien, Deutschland und Frankreich wurden mehr Finanzierungsrunden gezählt. Gut positioniert hat sich in der Kategorie auch die Stadt Zürich, die hinter London, Berlin, Paris und Barcelona auf Rang 5 landet. Die englische Hauptstadt bleibt in Europa sowohl in Sachen Finanzierungsrunden als auch beim Volumen das Mass aller Dinge: 2021 wurden hier 20,3 Milliarden Euro investiert.
Das viele Geld wurde aber nicht einfach investiert, weil die Jungunternehmen besonders innovative Ideen vermarkten konnten. Vielmehr sorgte auch das wirtschaftliche Umfeld für den Trend: "2021 war geprägt von einem enormen Anlagedruck aufseiten der Investoren – die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahre führten zu einer nie dagewesenen Liquidität im Markt, die angelegt werden musste", heisst es von der Strategieberaterin Susanne Weissbäcker.
Für die Schweiz hat EY dennoch Gutes zu vermelden: "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es in der Schweiz überdurchschnittlich viele innovative Startups gibt, die es schaffen, Investoren von ihren Geschäftsmodellen zu überzeugen", wird Sascha Stahl, Head Startups bei EY, in der Mitteilung zitiert. Schliesslich müsse man die absoluten Zahlen ins Verhältnis zu dem kleinen Land setzen.
In der Schweiz führen klar Firmen aus dem Pharmabereich die Liste an. Die Unterscheidung zu den IT-Jungunternehmen ist aber nicht immer ganz klar: So findet sich mit 105 Millionen Franken auf Rang 2 der Finanzierungen das Lausanner Jungunternehmen Mindmaze, das unter anderem eine VR-Anwendung für Schlaganfall-Patienten entwickelt.
Die Zahlen von EY beziehen sich auf Startups, die nicht älter sind als 10 Jahre. Ausnahmen bilden Firmen, deren Gründungsjahr unbekannt ist, die aber in der öffentlichen Wahrnehmung noch als Startup erscheinen.

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