SAP stellt für Stellen­abbau Milliarden zurück

23. April 2024 um 10:14
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SAP-CEO Christian Klein. Foto: zVg

Trotz steigenden Einnahmen ist der ERP-Anbieter mit Verlust in das neue Jahr gestartet. Dies liegt hauptsächlich an einer Rückstellung für die Stellenstreichungen.

Der deutsche Softwarekonzern SAP hat im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von etwas über 8 Milliarden Euro erzielt. Das ist ein Plus von 8%. Der Cloud-Umsatz ist laut einer Mitteilung des Unternehmens im Jahresvergleich um 25% gestiegen und der Umsatz mit der Cloud ERP Suite gar um über 30%. SAP geht davon aus, die Wachstumsrate im Cloud-Bereich halten zu können.
"Wir hatten einen grossartigen Start in das Jahr 2024 und sind zuversichtlich, unsere Ziele für das Jahr zu erreichen", sagte CEO Christian Klein.
Dennoch meldet das Unternehmen unter dem Strich einen operativen Verlust von 787 Millionen Euro. Das Ergebnis sei durch eine Rückstellung in der Höhe von 2,2 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Transfor­mations­programm negativ beeinträchtigt, schreibt SAP. Das Unternehmen erwartet, dass mit diesem Geld die Mehrheit der Ausgaben für das Programm gedeckt sind.

Transformationsprogramm und Stellenabbau

Der Konzern kündigte im Januar an, seinen Fokus auf strategische Wachstumsbereiche, insbesondere KI legen zu wollen. Um sicherzustellen, dass die "Kompetenzen auch in Zukunft den Geschäftsanforderungen entsprechen", wird im Unternehmen umstrukturiert. Bis zu 8000 Arbeitsplätze sind davon betroffen, wobei nicht alle diese Stellen gestrichen werden.
Das Transformationsprogramm verläuft gemäss CEO Klein planmässig und werde helfen, weiteres Wachstum zu erzielen.
Zuletzt berichtete das deutsche 'Handelsblatt', dass die Reorganisation vor allem Deutschland treffe. 2600 Stellen könnten wegfallen, hiess es Anfang April. Insgesamt seien in Europa über 4000 Angestellte vom Stellenabbau betroffen, wie es hiess. Entsprechend gab es auch Kritik vom Betriebsrat. Dieser geht davon aus, dass die versprochenen neuen Stellen nicht in Europa, sondern vor allem in Indien entstehen würden.


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