Schon bald globale Regeln für den Kryptohandel?

12. Juli 2022, 13:16
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Foto: Kanchanara / Unsplash

Im Oktober sollen die G20-Staaten Vorschläge für die Regulierung von Krypto-Währungen vorlegen. Die Regelungen sollen weltweit gelten und einheitlich sein.

Wie 'Reuters' berichtet, hat sich das Financial Stability Board (FSB) der G20-Staaten dazu entschieden, im Oktober globale Regeln für Kryptowährungen vorzuschlagen. Das Gremium mit Sitz in Basel besteht aus Regulierungs­be­hör­den, Finanzbeamten sowie Zentralbankern aus allen G20-Ländern und wurde im Nachgang zu der Finanzkrise 2008 gegründet.
Bisher hat sich das Board vorwiegend auf die Überwachung des Krypto-Sektors beschränkt und erklärt, dass dieser kein Risiko für das Finanzsystem darstelle. Nun scheinen die jüngsten Turbulenzen auf den Märkten jedoch die Notwendigkeit einer Regulierung des Sektors deutlich gemacht zu haben, schreibt 'Reuters'. Die Krypto-Märkte haben ihre Volatilität, strukturelle Schwachstellen und zunehmende Verbindungen zum Finanzsystem im Allgemeinen deutlich gemacht, so das FSB.

Rekordverluste

"Der Ausfall eines Marktteilnehmers kann nicht nur potenziell grosse Verluste für die Anleger bedeuten und das Marktvertrauen bedrohen, da sich Ver­hal­tens­ri­si­ken herauskristallisieren, sondern auch schnell Risiken auf andere Teile des Krypto-Asset-Ökosystems übertragen", so das FSB in einer Erklärung.
Der Wert von Bitcoin, der wichtigsten Kryptowährung, ist seit dem Erreichen seines Rekordwerts von 69'000 Dollar im November 2021 um etwa 70% eingebrochen und viele Anleger mussten hohe Verluste hinnehmen. Bereits Anfang Jahr ist der Kurswert des Stablecoin TerraUSD zusammengebrochen. Gerade diese sogenannten Stablecoins sollen künftig von einer robusten Regulierung erfasst werden, wenn sie als Zahlungsmittel verwendet werden sollen, sagte das FSB.

Klare Regeln gefordert

"Das FSB wird den Finanzministern und Zentralbankverantwortlichen der G20 im Oktober einen Bericht über Regulierungs- und Aufsichtsansätze für Stable­coins und andere Krypto-Assets vorlegen", so das FSB. Grundsätzlich hat das Board keine gesetzgeberischen Befugnisse, aber seine Mitglieder sind ver­pflich­tet, die Regulierungsgrundsätze der Organisation in ihren eigenen Rechts­ordnungen anzuwenden, schreibt 'Reuters'.
Das FSB erklärte, dass Krypto-Assets überwiegend zu "spekulativen Zwecken" genutzt werden, aber nicht in einem "regulierungsfreien Raum" operieren und bestehende Regeln einhalten müssen. Viele Länder würden von Krypto-Unter­nehmen bereits heute Anti-Geldwäsche-Kontrollen verlangen. "Die FSB-Mitglieder verpflichten sich, die Durchsetzungs­be­fug­nisse innerhalb des rechtlichen Rahmens ihrer Gerichtsbarkeit zu nutzen, um die Einhaltung der Vorschriften zu fördern und gegen Verstösse vorzugehen", ergänzte das FSB.

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