Schweiz will für digitale Aussen­politik mit Estland zusammen­arbeiten

8. August 2022, 09:00
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Das estnische Parlamentsgebäude in Tallinn. Quelle: Jorge Franganillo / Wiki Commons unter CC 2.0

Die Schweiz will mit Estland verstärkt kooperieren, um neue Technologien in der Aussenpolitik einzusetzen und die Digitalisierung zu stärken.

Bundespräsident Ignazio Cassis hat am Samstag, 6. August, die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas in Bellinzona empfangen. Die Schweiz und Estland wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Digitalisierung und Nutzung neuer Technologien in der Aussenpolitik ausbauen.
Estland sei ein Pionier im Bereich der Digitalisierung, schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) von Cassis in einer Mitteilung. Das baltische Land habe 99% seiner öffentlichen Dienste digitalisiert. Umgekehrt könne die Schweiz eine umfassende Expertise im Bereich der neuen Technologien vorweisen.
Bundespräsident Cassis und Ministerpräsidentin Kallas seien sich einig, dass die für beide Länder gewinnbringende Zusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung weiter ausgebaut werden sollte, so das EDA.
Gemäss dem letzten "E-Government Benchmark" der EU sind im Schnitt aller untersuchten Länder (EU27+) 81% der öffentlichen Dienste digitalisiert. Die skandinavischen Länder und das Baltikum sind demnach überdurchschnittlich weit, während die Schweiz im unteren Drittel zu finden ist.
Cassis und Kallas sprachen auch über die Europapolitik der Schweiz, wie es in der EDA-Mitteilung weiter hiess. Der Bundespräsident unterstrich demnach, dass die Schweiz und die EU die gleichen Werte und Ziele verträten und die Schweiz daher den bilateralen Weg mit der EU stabilisieren und weiterentwickeln wolle. Im Rahmen des zweiten Schweizer Beitrags an ausgewählte EU-Mitgliedsstaaten ist für Estland ein Betrag von 26 Millionen Franken vorgesehen.

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