Schweizer deutlich zurückhaltender bei Cloud-Investitionen

7. Juli 2022, 14:26
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Foto: Foo Bar / Unsplash

Der RZ-Spezialist Equinix hat IT-Entscheider nach ihren Expansionsplänen befragt. Die Schweizer sind klar weniger optimistisch als ihre Kollegen in anderen Regionen.

Die Resultate der jährlichen Tech-Trend-Umfrage vom Datacenter-Betreiber Equinix deuten darauf hin, dass die Pläne von IT-Führungskräften in allen Branchen und Regionen immer noch in Richtung einer vernetzten Welt gehen. Das ist einer Mitteilung des Konzerns zu entnehmen.
Laut der Studie geht die Cloud-Migration weiter: 71% der IT-Führungskräfte weltweit, aber mit 53% deutlich weniger in der Schweiz planen, mehr Geschäftsfunktionen in die Cloud zu verlagern. Klar zeigt sich der Unterschied auch bei den Absichten, geschäftskritische Anwendungen in die Cloud zu verlagern, was fast die Hälfte weltweit, in der Schweiz aber nur 26% der Befragten vorhaben. Ähnlich sieht es hingegen beim Cloud-Bezug selbst aus, wo 38% global und 37 % in der Schweiz auf Hybride-Cloud-Modelle setzen.
Für den diesjährigen "Global Tech Trends Survey" sind weltweit 2900 IT-Entscheider befragt worden. Von ihnen stammten 100 aus der Schweiz.
Insgesamt gaben zwar 72% aller Befragten an, in den nächsten 12 Monaten räumlich in eine neue Stadt, neue Region oder in ein neues Land zu expandieren. Doch sah man dies hierzulande deutlich anders, denn mehr als die Hälfte der Schweizer IT-Entscheider planen im nächsten Jahr keine Expansionen.

Schweizer befürchten weniger Probleme in der Lieferkette

Als Wachstumshemmer wurden von den Befragten als besonders besorgniserregend Lieferketteprobleme genannt. Laut der Studie sind davon 42% der hiesigen Unternehmen geplagt. Etwa gleich viel bezeichneten "den weltweiten Mangel an Mikrochips als Bedrohung für ihr Unternehmen".
Dennoch, heisst es in dem Equinix-Papier weiter, scheinen die anhaltenden Probleme in der Lieferkette den Bedarf an Virtualisierung zu fördern. Da dort, wo globale Expansionspläne bestehen, diese durch die virtuelle Bereitstellung über die Cloud unterstützt werden.
Dabei würden in der Schweiz und weltweit rund ein Viertel der Befragten auf eine Bare-Metal-Lösung für Realisierung der Wachstumsvorhaben setzen. Zudem gab etwas mehr als jeder fünfte befragte Schweizer an, höhere Ausgaben für Carrier-neutrale Colocation-Lösungen zu erwarten, um die geplante Zunahme digitaler Implementierungen zu erleichtern. Global meinte das übrigens fast jeder zweite. Ähnlich sieht es bei den Investitionen in Interconnection-Services aus, mit denen die digitale Transformation voranzutreiben und die Ausfallsicherheit zu erhöhen ist, wie Equinix schreibt. So wollen laut Studie in der Schweiz nur 27% der Befragten hierfür mehr Gelder aufwerfen, während es weltweit mehr als doppelt so viele (59%) sind.
Interessant sind die Tech-Trend-Resultate auch bezüglich der Pandemie. So gaben 52% der weltweiten IT-Führungskräfte an, dass sie die digitale Entwicklung ihres Unternehmens aufgrund der Covid-19-Krise weiter beschleunigen werden. In der Schweiz hingegen meinten das nur 43%. Kommt hinzu, dass global mehr als die Hälfte bestätigt, ihre IT-Budgets seien als direkte Folge der Krise gestiegen. Während hierzulande das nur 38% der Befragten bestätigten. Allerdings meinte in der Schweiz wie global die Mehrheit der Studienteilnehmer, dass die technologischen Veränderungen und Investitionen, die während der Pandemie eingeführt wurden, von Dauer sein werden.

Deutliche Unterschiede auch in Sachen Nachhaltigkeit

Weltweit gaben 67% – in der Schweiz 44% – an, die Umweltauswirkungen ihrer IT-Ausrüstung zu messen und aktiv zu begrenzen. Ganz ähnlich sieht übrigens auch das Verhältnis bei den IT-Entscheidern aus, die angeben nur mit IT-Partnern zusammenzuarbeiten, die wichtige Ziele zur Reduzierung des Kohlenstoffausstosses erfüllen können. Und Nachhaltigkeit als eine der wichtigsten Triebfedern fürs Unternehmen, bestätigen hierzulande 38% der IT-Entscheidungsträger, während es weltweit 69% sind.
Die Details der Trendstudie stehen online zum Abruf bereit.

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