Schweizer IT-Startups erhielten letztes Jahr 1,5 Milliarden Franken

29. April 2022, 14:50
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Foto: Scott Graham / Unsplash

Der Swiss ICT Investor Club (Sictic) engagiert sich bei Frühphasen-Investments. Vergangenes Jahr waren die Geldgeber bei 110 Finanzierungsrunden dabei.

Im letzten Jahr seien in knapp 200 Finanzierungsrunden 1,5 Milliarden Franken aus dem In- und Ausland in Schweizer ICT-Startups investiert worden. Bei 156 der Finanzierungsrunden handelte es sich gemäss dem Swiss Venture Capital Report um Frühphasen-Investments. In diesem Bereich engagiert sich seit einigen Jahren auch der Swiss ICT Investor Club (Sictic). 110 der Frühphasen-Investmentrunden seien mit Beiträgen von Sictic-Investoren und -Investorinnen zustande gekommen, heisst es in einer Mitteilung.
Mit den inzwischen insgesamt 200 Jungunternehmen im Portfolio arbeite man weiter daran, durch den erleichterten Zugang zu Risikokapital das Schweizer ICT-Startup-Ökosystem auszubauen, so Sictic in seinem aktuellen Investmentreport. Derzeit würden sich 502 Investoren engagieren, die zu 80% aus der deutschsprachigen Schweiz stammen, zu 15% aus dem Welschland und zu 1% aus dem italienischen Teil des Landes. 4% seien international tätige Startup-Förderer.
Zählte das Portfolio des Vereins Ende 2020 noch 142 geförderte Startups, sind laut Report im 2021 weitere 58 Jungunternehmen hinzugekommen. Demnach stammen die nun insgesamt 200 Startups, die von den Sictic-Geldern profitiert haben, insbesondere aus 4 Technologiesektoren: Fintech, Internetplattformen, AI respektive Machine-Learning und Health-Tech. Die übrigen Startups würden sich auf andere Techsektoren wie Cybersecurity, Energy, Travel oder auch Hardwareund E-Commerce verteilen, heisst es weiter. Kumuliert seien seit Investitionsstart 2015 mehr als 1,4 Milliarden Franken an ICT-Jungfirmen ausgeschüttet worden.

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Quelle: Sictic

Für im 2021 geflossen Gelder sind in der Startup-Liste so unterschiedliche Unternehmen wie Agora Care, Deepjudge Fintune, L2F Giotto oder auch Menu Technologies genannt. Diese Jungunternehmen bieten einen Einblick in die breite Palette der Startup-Förderung. Sie umfasst die webbasierte, patientenzentrierte Speicherung medizinischer Bilder (Agora Care), die KI-basierte Verarbeitungsplattform juristischer Dokumente (Deepjudge), ein Fintech, das Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit Geld unterstützt (Fintune), eine KI-Software für schnelle systematische Literaturübersichten (L2F Giotto) oder eine Plattform zum Aufbau eines digitalen Restaurant-Ökosystems (Menu Technologies).
Dass die hiesige Startup-Förderung abgesehen von der ICT-Branche deutlich vielfältiger ist, dokumentiert der Investoren Report ebenfalls. So führt Teddy Amberg von Spicehaus Partners aus, dass hierzulande allein im 2021 mehr als 3 Milliarden Franken Startup-Investitionen ausgeschüttet wurden. Das sei ein Rekord, hält er fest. Bedeutsam sei auch das internationale Interesse an hiesigen Jungunternehmen, stammten die Geldgeber des letzten Jahres doch zu 86% aus dem Ausland.

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