Schweizer wollen (noch) mehr E-Government

10. Mai 2022, 12:16
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Foto: Rob Curran / Unsplash

Die Nutzung steigt, aber nur langsam. Die Leute wünschen sich ein zentrales Portal für Behördengänge bei Gemeinden, Kantonen und Bund.

Die Schweizer Bevölkerung und die hiesigen Unternehmen wollen mehr digitale Behördenkontakte, als derzeit im Angebot sind. Mehr als die Hälfte der "Behördengänge" wickelten sie 2021 bereits digital ab. Die Steuererklärung auf Papier ist ein Auslaufmodell. Das geht aus der 3. Nationalen E-Government-Studie hervor.
Die Bestellung einer Wohnsitzbestätigung oder eines Ersatzfahrausweises auf dem elektronischen Weg steht für über die Hälfte der Wohnbevölkerung oben auf der Wunschliste, wie die Studie der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigt.
Insgesamt stieg die Nutzung elektronischer Behördenangebote aber nur langsam. Zwischen 2018 und 2021 erhöhte sie sich gemäss der Studie bei der Bevölkerung um 6% und bei den Unternehmen um 5%. Die Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner und der Unternehmen wickelte mindestens die Hälfte der "Behördengänge" elektronisch ab. Als Vorteil nannten sie Flexibilität und Zeitersparnis.
Das meistgenutzte der elektronischen Angebote ist die elektronische Steuererklärung. Drei von vier Steuerzahlerinnen und -zahlern füllten ihre Steuererklärung gemäss der Studie am Computer aus. Strafregister- und Betreibungsregisterauszüge bestellten sich 40% der Befragten online. 2018 waren es noch 28%.
Von der Nutzung von E-Gov-Services abhalten, so sagen die Nutzer, können sie unter anderem Bedenken wegen der Datensicherheit oder die Schwierigkeit, das richtige Angebot zu finden.

Zentrales Portal für alle Anliegen

Unternehmen nutzten die digitale Verwaltung öfter als die Bevölkerung. Zunehmend bekannter wurde das Portal "EasyGov.swiss" als zentraler Online-Schalter für Bewilligungs-, Antrags- und Meldeverfahren. Positiv bewertet auch die Bevölkerung einen zentralen Zugang: Knapp ein Drittel würde ein einziges Portal mit dem kompletten Angebot von Bund, Kantonen und Gemeinden begrüssen.
Im Vordergrund steht ein einfacher und schneller Zugriff auf Behördenangebote. Privatanwender bevorzugen dabei auf mobile Geräte ausgerichtete Angebote.

Wenig Interesse an Dateneinsicht

Vom Recht auf Dateneinsicht machen wenige Leute Gebrauch, wie die Studie weiter zeigt. Lediglich eine von zehn Personen stellte jemals ein entsprechendes Gesuch. Dabei zeigten sich die 18- bis 24-Jährigen deutlich weniger interessiert als die ältere Generation.
Für die Studie werteten die Autoren 2619 Antworten aus der Bevölkerung aus, 1407 von Unternehmen, 16 aus den eidgenössischen Departementen, 25 von Kantonsverwaltungen und 1007 aus den Gemeinden. Verfasst wurde die Studie von der DVS und dem Seco in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Demoscope.
Die DVS ist seit Januar operativ. Sie koordiniert das Zusammenspiel aller drei Staatsebenen beim E-Government.


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