Sicherheitslücke bedroht Milliarden Bluetooth-Geräte

30. November 2023 um 10:58
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Sowohl Handys als auch Lautsprecher sind betroffen. Foto: Shuvro Mojumder / Unsplash

Gemäss einem Security-Experten können Cyberkriminelle Datenpakete entschlüsseln und sogar auf Übertragungen zugreifen.

Forschende der französischen Hochschule Eurecom haben kritische Schwach­stellen im Bluetooth-Übertragungsstandard entdeckt. Gemäss Sicherheits­forscher Daniele Antonioli stellen die aufgedeckten Lücken eine erhebliche Bedrohung dar. Die Schwachstellen wurden in der Bluetooth-Architektur gefunden und sollen potenziell Milliarden von Geräten angreifbar machen.
Die Sicherheitslücken betreffen die Verschlüsselung des Datenaustauschs. Um die Schwachstelle auszunutzen , muss sich der Angreifer nur in der Reichweite des Bluetooth-Gerätes befinden. Der Sicherheitsforscher hat die entdeckten Lücken für sein Paper (PDF) auch gleich selber unter Beschuss genommen. Auf insgesamt 18 verschiedenen Devices konnte er mit seiner Methode zugreifen. Darunter sind auch weit verbreitete Geräte von Apple, Google, Microsoft, Xiaomi, Logitech, Dell und Bose.
Wie 'Schmidtis Blog' schreibt, ergeben sich aus den Schwachstellen 2 mögliche Angriffsszenarien. Einerseits könnten sich Angreifer als ein anderes Gerät ausgeben, um vertrauliche Daten abzufangen und so die Privatsphäre der Nutzer zu gefährden. Andererseits könnte die Kommunikation zwischen 2 Geräten abgefangen und manipuliert werden.
Die Bluetooth Special Interest Group hat bereits mit einem Statement auf die neu entdeckten Schwachstellen reagiert. Dabei rät die Gruppe Entwickler­innen und Entwicklern zur Verwendung einer stärkeren Verschlüsselung. Die Organisation empfiehlt keine Schlüssel mit weniger als 16 Oktetten. So soll die Sicherheit trotz der Lücken gewährleistet sein. Wann Updates für die Schwach­­stellen publiziert werden, ist noch unbekannt.

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