So viel Lohn bezahlen die grossen Tech-Firmen in den USA

3. Januar 2023, 12:37
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Foto: Alexander Mils / Unsplash

Tech-Firmen im US-Bundesstaat Kalifornien müssen neuerdings in Stellenanzeigen Gehaltsangaben preisgeben.

Wie viel verdient man eigentlich bei den ganz grossen Tech-Playern wie Meta, Twitter oder bei Gaming-Anbietern wie Blizzard? Seit dem 1. Januar 2023 veröffentlichen kalifornische Unternehmen mit mindestens 15 Mitarbeitenden den zu erwartenden Grundgehalt in ihren Stellenanzeigen. Grund dafür ist ein neues Gesetz. Im US-Bundesstaat sind viele bekannte Tech-Firmen ansässig, weswegen nun beispielsweise auch Meta oder Twitter ihre Bezahlungen preisgeben müssen – die Gehaltsspannen sind allerdings riesig.

Sehr viel Spielraum

Trotz der neuen Informationspflicht finden Unternehmen Mittel, den Verhandlungsspielraum zumindest teilweise zu bewahren. Der 'Bloomberg'-Reporter Jason Schreier hat die neue Regelung überprüft und postete auf Twitter aktuelle Inserate aus der Gamingbranche – der Original-Tweet wurde vom Verfasser selbst mittlerweile gelöscht.
Viele grosse Firmen veröffentlichen zwar konkrete Zahlen zur Bezahlung, dies aber in Form von riesigen Gehaltsspannen. Das verstösst laut Schreier gegen die Grundlage des Gesetzes.
Ein künftiger Senior AFX Artist für das Game "League of Legends" soll einem Stelleninserat zufolge jährlich zwischen 123'000 und 171'000 US-Dollar verdienen.
In der Tech-Branche gestalten die Firmen ihre Stellenangebote ähnlich. Wer etwa als Produktmanager bei Meta arbeiten will, kann mit einer jährlichen Zahlung von 197'000 bis 270'000 US-Dollar rechnen.
Für einen Senior Privacy Engineer bei Twitter steht ein Grundgehalt zwischen 162'000 und 226'000 Dollar offen.
Diese Lohntransparenz gilt jedoch nur in den USA. So heisst es in einem Stelleninserat von Blizzard Games etwa: "Dieses Grundgehalt bezieht sich auf die USA und gilt nicht für Standorte ausserhalb der USA. Die tatsächlichen Beträge können je nach Erfahrung, Leistung und Standort variieren. Zusätzlich zu einem wettbewerbsfähigen Grundgehalt können Mitarbeitende in dieser Position Anspruch auf eine leistungsabhängige Vergütung haben." Diese Leistungsvergütung ist allerdings nicht garantiert.
Wie viel ein "Senior World Builder" mit den gleichen Anforderungen im deutschsprachigen Raum verdienen würde, bleibt also weiterhin unklar.

Auch Swisscom und die Post legen offen

Allerdings haben auch in der Schweiz Unternehmen bereits angefangen, Lohnbandbreiten in ihren Stelleninseraten zu nennen. Betroffen sind auch ICT-Jobs, wie uns 3 Unternehmen auf Anfrage verraten haben. Swisscom suchte im Oktober beispielsweise einen "Step in Cloud Devops Engineer" im Praktikum. Der Lohn beläuft sich auf eine Summe zwischen 34'000 und 64'000 Franken im Jahr. Die Post suchte ebenfalls einen IT-Trainee: Jahreslohn laut Inserat 78'000 Franken. Bei Postfinance sind mehrere IT-Stellen ausgeschrieben, zum Beispiel für eine oder einen Java-Entwickler/in: Lohn zwischen 100'000 und 130'000 Franken bei einem 100%-Pensum.
Dabei handelt es sich bisher erst um eine Pilotphase, wie die Post und Postfinance erklären. Man konnte aber bereits gute Erfahrungen sammeln. "Die Bewerber und Bewerberinnen schätzen die offene Kommunikation der Lohnbandbreite und Postfinance erhält viele positive Rückmeldungen." Man habe auch festgestellt, dass sich die Qualität der Bewerbungen auf solche Stellen leicht verbessert habe, "bei Einstiegsstellen sogar deutlich".

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