Spanien will 11 Milliarden Euro in die Chipindustrie stecken

5. April 2022, 09:22
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Foto: Arthur Gomes Pont / Unsplash

Das Land will Dank öffentlicher Investitionen zu einem wichtigen Produktionsstandort des knappen Gutes werden.

Spanien will mit 11 Milliarden Euro öffentlicher Investitionen zu einem der führenden Standorte für die Herstellung von Mikrochips und Halbleitern werden. "Halbleiter sind ein grundlegendes Element aller Energiesektoren und gewinnen im Kontext der digitalen Transformation geostrategische Bedeutung", sagte Regierungschef Pedro Sánchez.
Derzeit leiden insbesondere die Autoindustrie und die Hersteller von PCs, Laptops oder Smartphones unter Chipknappheit. Die Nachschub-Probleme sollen bis ins Jahr 2023 anhalten, hatten im letzten Dezember Marktanalysten von Deloitte prognostiziert. Entsprechend plant die EU über 40 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung zu investieren. In den USA hat Präsident Joe Biden 52 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Die 11 Milliarden Euro in Spanien sollen nun im Rahmen eines der strategischen Projekte zur Verfügung gestellt werden, die aus dem EU-Wiederaufbaufonds zur Überwindung der Pandemie finanziert werden. Dabei sollen mit öffentlichen Mitteln in strategisch wichtigen Bereichen der Wirtschaft umfangreiche private Investitionen ausgelöst werden.
Aus dem 750 Milliarden Euro schweren Corona-Programm erhält Spanien bis 2026 als eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder 140 Milliarden. Davon werden 72 Milliarden als Zuschüsse überwiesen, also als direkte Hilfe, die nicht zurückgezahlt werden muss. Der Rest sind günstige Kredite, die Spanien vorerst nicht in Anspruch nehmen will.
Die Regierung hat für die Verwendung der EU-Mittel bisher neun Projekte definiert. Gefördert werden sollen Elektroautos, das Gesundheitswesen, erneuerbare Energien, die Landwirtschaft, Spanisch und andere Regionalsprachen im Bereich der künstlichen Intelligenz, Kreislaufwirtschaft, Seefahrt, Raumfahrt und Wasserwirtschaft. Aus der Wirtschaft gibt es zum Teil Klagen über eine zu langsame Umsetzung.

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