Stadt Zug integriert KI in den Schulunterricht

6. Dezember 2023 um 13:41
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Foto: Stadt Zug

Sowohl Lehrpersonen wie auch Schülerinnen und Schüler sollen KI verwenden können. Das Projekt wurde von pädagogischen Hochschulen entwickelt.

Ab März 2024 wird Künstliche Intelligenz in den Unterricht an den Schulen der Stadt Zug integriert. "Damit möchten die Stadtschulen den Schülerinnen und Schülern eine zukunftsorientierte und innovative Lernerfahrung bieten und die Chancen von KI-Technologien erfolgreich in den Unterrichtsalltag integrieren", teilt die Stadt mit. KI sei eine digitale Revolution sowie eine Herausforderung und Chance, sagte der Bildungsdirektor Etienne Schumpf (FDP) an einer Medienkonferenz. Die Stadt Zug wolle, wie schon 2016, als sie als erste Stadt weltweit Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptierte, eine Vorreiterrolle übernehmen und das Thema proaktiv angehen.

Projekt der Hochschulen Luzern und Zug

In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern und der Pädagogischen Hochschule Zug führen die Stadtschulen Zug ab 2024 ein zweiteiliges Projekt durch. Der erste Teil diene dazu, die Lehrpersonen und Schulleitungen auf die KI-Transformation vorzubereiten und eine Guideline zu definieren. Ein Rahmenprogramm begleite das Verfassen der Richtlinien. Gleichzeitig werde eine Online-Plattform aufgebaut, so die Stadt.
Ab März werden Unterrichtseinheiten umgesetzt, die mit der KI-Guideline verknüpft sind. "Wir entwickeln eine eigene Onlineplattform, auf der die Schüler und Schülerinnen in einer kontrollierten Umgebung mit KI-Chatbots interagieren können. Dabei soll die Integration von KI-Technologien in den Schulbetrieb kontrolliert erfolgen, ohne die Potenziale zu stark einzugrenzen", so Peter Rigert, Leiter Digital Campus an der PH Luzern und Projektleiter, in der Mitteilung.

KI wird zum Coach

Fertig geplant ist der KI-Unterricht noch nicht, es gibt gemäss Projektleiter Rigert aber erste Ideen. Ihre Aufsätze sollen die Schülerinnen und Schüler weiterhin selbst schreiben müssen. KI soll ein Coach sein und beim Lernen helfen. Lehrerinnen und Lehrer würden weiterhin die Hauptrolle im Unterricht haben.
Die Stadt Zug greift mit der KI-Einführung im Schulunterricht auch Forderungen des Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerverbandes auf. "Wir sprechen uns gegen ein Verbot von Kl-Werkzeugen aus, plädieren aber für pädagogisch sinnvolle Strategien für die zweckmässige Nutzung von ChatGPT & Co.", erklärte der Verband im August.
Die Stadt Zug finanziert das Projekt aus den im Budget vorgesehenen Mitteln für die Unterrichtsentwicklung. Die Kosten belaufen sich auf rund 30'000 Franken.
(Mit Material von Keystone-sda)

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