Studie: Das Metaverse startet durch, ganz sicher

14. September 2022, 14:12
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Aus "Board Games" wurde schnell "Bored Games". Screenshot: Secondlife.com

Einer aktuellen Studie zufolge werde sich das Metaverse in den nächsten fünf bis zehn Jahren zum grössten virtuellen Marktplatz entwickeln. Zweifel an der Aussage müssen erlaubt sein.

An Überzeugung fehlt es den Autoren der Studie zum "Swiss Metaverse Ökosystem" nicht. Laut den vom Onlinemarketing-Unternehmen Adello publizierten Ergebnissen wird sich "das Metaverse in den nächsten fünf bis zehn Jahren zum grössten virtuellen Marktplatz" entwickeln.

Der grösste Marktplatz, aber verglichen mit was?

Offen gelassen wird, in welchem Ranking das Metaverse "der grösste Marktplatz" sein soll. Doch die Autoren wagen einen weiteren, durchaus gewagten Vergleich: Man sehe beim Metaverse ein ähnliches Muster wie bei der Einführung des Mobiltelefons in den frühen 2000er-Jahren, wird Mark Forster, Adello-Gründer zitiert. Belegt wird das ganze mit einer Befragung in der Digital-Werbebranche: "71% der Befragten glauben, dass das Metaverse Chancen für ihr Unternehmen bietet", heisst es dort etwa.
Adello nennt ausserdem Unternehmen, die sich bereits mit der Metaverse-Landschaft beschäftigen würden. Dazu gehören Värdex Suisse und SwissNFT, die beide im Kryptoumfeld tätig sind. Ebenfalls genannt werden die Software-Entwickler Bitforge und Aragon sowie die Firma Klon, die dabei helfe, eine digitale Identität im Metaverse zu erstellen. Viele sind das nicht, und auch ein Marktplatz ist darunter nicht identifizierbar, jetzt mal abgesehen von tokenisierten Objekten.

Ist das Metaverse das neue Second Life?

Die Autoren schreiben, dass der Hype da sei, das eigentliche Metaverse aber noch nicht. "Die Zeit wird zeigen, wann diese faszinierenden Technologien ausgereift sind und in etwas gipfeln, das wir als das aktuelle Metaverse betrachten werden."
In einer kleinen Nische mag tatsächlich ein Metaverse-Hype da sein. Grossflächig ist davon aber noch nichts zu erkennen. Ähnliche Prophezeihungen wie wichtig eine virtuelle Umgebung werde, kennen wir zum Start von Secondlife Anfang der 2000er-Jahre. Dass die Studienautoren das Metaverse lieber mit dem Handy als mit dem gescheiterten Secondlife vergleichen, ist klar. Richtiger macht es die Aussage jedoch nicht.

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