Studie fühlt der Schweiz auf den digitalen Zahn

20. Juni 2022, 14:59
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In der Schweiz macht man sich noch wenig Sorgen, wegen Technologien seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Foto: Simon Kadula / Unsplash

Die hiesige Bevölkerung sieht Gefahren in Überwachung und Cybercrime. Wenig Sorge macht man sich hierzulande um einen Jobverlust wegen digitalen Technologien.

Nicht zuletzt ausgelöst durch die Pandemie mit Themen wie Homeoffice, Fernunterricht und Covid-Zertifikaten seien digitale Themen in den Köpfen der Schweizer Bevölkerung sehr präsent, schreiben die Autoren der neuen Studie "Digitale Schweiz 2022". Ziel der Studienleiter von der FHNW, GFS-Zürich und der Bank WIR sei es, den digitalen Puls der Schweizerinnen und Schweizer spüren, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Befragung soll künftig zweimal pro Jahr durchgeführt werden.
Die Ergebnisse zeigen im breiten Schnitt, dass die hiesige Bevölkerung grosse bis sehr grosse Vorteile in digitalen Technologien sieht. Nur 5% stehen ihnen kritisch gegenüber. Vor allem einkommensstarken Personen mit einem hohen Bildungsniveau sehen viele Vorteile in digitalen Technologien.
Die grössten Vorteile sehen die Befragten beim Zugriff auf Wissen und Inhalte, der Kommunikation sowie der Zusammenarbeit. Als wichtigste Kompetenzen werden von den Befragten die Bereitschaft für lebenslanges Lernen, Offenheit für Neues, technisches Verständnis und Kommunikationsstärke genannt.

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Je höher die Bildung, desto höher schätzen die Befragten ihre digitalen Kompetenzen ein. Quelle: Digitale Schweiz 2022
Ein Grund dafür könnte sein, dass diese Personen ihre eigenen digitalen Kompetenzen besser beurteilen. Auch das Interesse an digitalen Technologien steigt mit dem Einkommen und der Bildung, wie die Befragung zeigt. Im Durchschnitt ist die Hälfte der Befragten daran interessiert, digitale Technologien zu beherrschen und Kompetenzen zu erlernen. "Die digitalen Kompetenzen in der breiten Bevölkerung sind für die Schweiz gesellschaftlich und wirtschaftlich erfolgskritisch", sagt Marc K. Peter, Leiter des Kompetenzzentrums Digitale Transformation an der FHNW.

Angst vor Überwachung

Nur knapp ein Fünftel der Befragten sieht sich eher oder sehr vielen Gefahren durch digitale Technologien ausgesetzt. Auch hier zeigt sich, je höher Einkommen und Bildungsniveau, desto positiver der Blick auf digitale Technologien.
Die grössten Gefahren werden in den Bereichen Überwachung, Datenschutz und IT-Sicherheit gesehen. Das Thema Überwachung ist gemäss der Befragung vor allem bei den unter 40-Jährigen sehr präsent.
Diese Vorbehalte der Bevölkerung in der Schweiz seien dem Bundesrat bekannt, schreiben die Studienautoren. In seiner Digitalstrategie 2020 habe der Bundesrat die Gewährleistung von "Sicherheit, Vertrauen und Transparenz" als eines seiner 5 Kernziele definiert.
Als weitere Gefahr wurde von den Befragten die Abhängigkeit von IT und Internet genannt und der Druck der ständigen Verfügbarkeit.
Abgeschlagen auf dem letzten Platz, mit 2,4 Punkten auf der 6er-Skala, steht die Gefahr des Arbeitsplatzverlustes. Allerdings ist diese Sorge umso grösser, je tiefer das Bildungsniveau und das Einkommen sind.

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