Studie: Schweizer KMU sind sich Cyberrisiken nicht bewusst

30. August 2022, 09:50
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Foto: Adam Winger / Unsplash

Eine aktuelle Studie zeigt, dass es in mehr als der Hälfte der Schweizer Unternehmen keine Richtlinien für Passwörter gibt.

In einer Studie fand der Versicherungskonzern Axa heraus, dass Schweizer KMU nach wie vor ein sehr geringes Bewusstsein in Bezug auf ihre IT-Security aufweisen. Demnach ist die Angst, Opfer von Cyberkriminellen zu werden, nicht sehr ausgeprägt. Ganze 62% der befragten Unternehmen stufen das Risiko eines Cyberangriffs als gering ein. Lediglich 12% sind sich der Gefahr bewusst und bezeichnen sie als gross.
Die Umfrageergebnisse zeigen auch ein falsches Sicherheitsempfinden: Rund zwei Drittel der hiesigen KMU fühlen sich durch den Einsatz von Firewalls und Virenschutzprogrammen ausreichend geschützt. Gleichzeitig glauben 17% der befragten Unternehmen, dass ihre IT-Security nicht wirkungsvoll genug ist und rund ein Viertel gibt an, nicht in der Lage zu sein, die notwendigen Schutzvorkehrungen überhaupt einschätzen zu können.
Und auch bei den technischen Schutzmassnahmen zeigt sich noch grosses Potenzial: Zwar machen 73% aller befragten KMU ein regelmässiges Backup ihrer Daten und etwas mehr als zwei Drittel haben eine Virensoftware installiert. Aber lediglich 55% nutzen eine Firewall und nur bei 46% der Unternehmen gibt es Richtlinien für Passwörter. Ebenfalls nicht bewusst sind sich viele KMU, dass ihre Mitarbeitenden sensibilisiert werden müssen. Nur zwei von fünf weisen ihre Belegschaft aktiv auf bestehende Cyberrisiken hin.
Die Zahlen erstaunen. Insbesondere weil 15% aller Unternehmen angaben, dass sie in den letzten Jahren Opfer eines Cyberangriffs geworden sind, bei dem versucht wurde, auf das interne Firmennetzwerk zuzugreifen, um Daten abzugreifen. Jedes zehnte KMU wurde dabei sogar mehr als einmal angegriffen.

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