Sustainability: "Landschaft der Software­anbieter ist intransparent"

13. Februar 2024 um 13:17
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Foto: Federico Bottos / Unsplash

Weil viele Unternehmen ihre Anstrengungen zur Nach­haltig­keit offen­legen müssen, sind in den vergangenen Jahren entsprechende Lösungen dafür entstanden. In einem Software-Radar will Swisscom einen Überblick bieten.

Mehr als 1700 in der Schweiz tätige Unternehmen werden künftig zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet sein, und die CO₂-Bilanz avanciert zu einer wichtigen Kennzahl in der Unternehmensführung. Der Druck werde auch für KMU steigen, da reportingpflichtige Unternehmen auch die Emissionen der Lieferkette offenlegen müssen, schreibt Swisscom anlässlich der Publikation einer mit Atlantic Ventures erstellten Marktübersicht.
Für viele Firmen ist es allerdings noch eine Herausforderung, ihre Treibhausgasemissionen datenbasiert zu erfassen. Dies liegt unter anderem an mangelnden Skills und fehlender Erfahrung. Somit überrascht es nicht, dass immer mehr Unternehmen auf den Markt drängen, die Softwarelösungen für das Carbon-, ESG- oder Supply-Chain-Management anbieten. Laut dem Report sind hierzulande gut 240 Anbieter in diesen Bereichen unterwegs, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von der Analyse des Cloud Carbon Footprints hin zum Management von Risiken in der Lieferkette.

Aufstrebende Jungunternehmen und etablierte Softwareanbieter

Die Landschaft der Softwareanbieter sei intransparent, heisst es dazu in der Marktübersicht. Auch könne die aufwendige Daten- und Systemintegration eine Herausforderung sein.
Von den 242 Firmen stammen 167 aus Europa. 34 davon wurden in der Schweiz gegründet. Somit könne sich die Schweiz im Kontext der Nachhaltigkeitslösungen international gut positionieren. Insgesamt sei die Rolle Europas aus dem Klima-Kontext nicht mehr wegzudenken, es gebe ein entscheidendes Ökosystem aus Carbon-Management- und Nachhaltigkeitslösungen.
Mehr als die Hälfte der untersuchten Firmen, so der Report, seien im Jahr 2015 oder später gegründet worden. Einige davon agieren sehr erfolgreich und hätten entsprechend hohe Investorenbeträge angezogen. Viele der jungen SaaS-Firmen könnten bei Produktstrategie und User Experience überzeugen und seien somit eine interessante Alternative.
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Verteilung von Nachhaltigkeitslösungen nach Unternehmenstyp. Quelle: Swisscom Sustainability Software Radar, 2024
Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren die globalen Software-Konzerne in den Markt eingestiegen. So bieten unter anderem IBM, Microsoft, Salesforce und SAP entsprechende Lösungen.

Einfache Integration und SaaS

Als Trend würden sich Lösungen herauskristallisieren, die Carbon- und ESG-Management entlang der kompletten Wertschöpfungs- und Lieferantenkette abdecken, schreibt Swisscom. Damit könnten Unternehmen den zukünftigen regulatorischen Verpflichtungen nachkommen.
Im Report raten die Autoren zu SaaS-Lösungen, die standardkonformes, auditierbares GHG-Reporting sowie umfangreiche Analytics-Funktionen bieten. Weiter soll auf flexible Datenmodelle und APIs zur leichten Integration geachtet werden.
Gemäss den Angaben soll der Sustainability Software Radar Unternehmen eine Übersicht über die verschiedenen Lösungen bieten und Entscheidern bei der Auswahl helfen. Der Radar kann online als PDF heruntergeladen werden.


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