Swico will, dass Leute beim Streaming Strom sparen

21. November 2022 um 14:06
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Screenshot aus einem Swico-Video.

Der IT-Branchenverband startet deshalb die Kampagne "Solidarisches Streaming".

"Solidarisches Streaming", um Strom zu sparen? Wegen der angespannten Lage am Energiemarkt? Die unmittelbare Reaktion unserer Redaktion auf eine Mitteilung des IT-Branchenverbands Swico über seine neue Stromspar-Kampagne war etwas ungläubig. Gibt es da nicht viel wichtigere Verhaltensweisen für Privatleute, um Strom zu sparen, vor allem wenn es um Streaming auf mobilen Geräten und nicht auf stromhungrigen Desktops oder TVs geht? Kochen mit Deckel beispielsweise, unnütze Lichter löschen oder Geräte ausschalten, statt alle immer auf Standby zu lassen?
Swico sagt aber, dass der Stromverbrauch durch Streaming durchaus erhebliche Auswirkungen auf unseren Energieverbrauch habe. Dies habe eine Studie der Universität Zürich im Auftrag von Swico und Swisscleantech aufgezeigt, die im August 2022 durchgeführt wurde. Heute könnten praktisch überall, zu jeder Zeit und nahezu umsonst Videos gestreamt werden. Den Konsumentinnen und Konsumenten fehle aber oft das Bewusstsein dafür, dass der Videokonsum einen hohen Energieverbrauch verursache. Dabei würden nicht nur Video-on-Demand-Angebote grosser Streaming-Unternehmen eine entscheidende Rolle spielen, sondern auch die Millionen von privat hochgeladenen Videoclips – Stichwort "Katzenvideos".
Laut der Swico-Mitteilung tummeln sich täglich rund 1,5 Millionen Schweizerinnen und Schweizer auf Youtube. Die durchschnittliche Verweildauer betrage knapp unter einer Stunde. Der Stromverbrauch alleine dieser Gruppe entspreche dem von rund 20'000 Haushalten.

"Verspielte Videos"

Durch eine Kampagne auf Social Media will Swico das Bewusstsein für den durch Streaming verursachten Stromverbrauch erhöhen. Um ihn zu verringern, rät der Verband aber nicht zur Abstinenz, auch die Reduzierung der Auflösung bringe eine Menge. Schon eine Umstellung der Auflösung von HD auf 720p verringere den Energieverbrauch auf einem mobilen Endgerät im Durchschnitt um über die Hälfte. Bei einer Reduktion auf 480p würde sogar mehr als zwei Drittel eingespart.
Diese Botschaft will der IT-Verband durch "verspielte Clips" auf sozialen Netzwerken an die Frau und den Mann bringen. Hier ein Beispiel:


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