Swisscom gewinnt Breitbandtests, aber was sagt uns das?

30. August 2022, 12:15
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Foto: Mika Baumeister / Unsplash

Das deutsche Branchenblatt 'Connect' präsentiert wenig aussagekräftige oder repräsentative Ergebnisse.

Für Swisscom ist der diesjährige 'Connect'-Breitbandtest beste Werbung. Der Telco gewinnt bei den getestet Geschwindigkeiten von 1 und 10 Gigabit pro Sekunde und landet einen Doppelsieg.
Aber was sind diese Siege wert? 'Connect' hat neben Swisscom lediglich die Netze der Mitbewerber Salt, Sunrise und Quickline getestet. Zur Erinnerung: In einer Auswertung der 'Bilanz' (Paywall) landeten die kleineren Provider Init7, Iway und Digital Republic auf den ersten 3 Plätzen. Die von 'Connect' unter die Lupe genommenen Konzerne landen nicht in den Top 5 (Quickline und Salt) oder sind sogar ausserhalb der Top 10 positioniert (Sunrise und Swisscom).

Aussagekräftig wie ein Meistertitel des FC Luzern

Die beiden Rankings kommen selbstverständlich unterschiedlich zustande und sind somit nicht 1:1 vergleichbar. Während die 'Bilanz' auf ein Publikumsvoting setzt und auch weiche Faktoren wie Innovation, Flexibilität und Support abfragt (und oft derjenige vorne landet, der seine Community am besten aktiviert), setzt 'Connect' auf eigene Geschwindigkeitsmessungen. Dabei würfelt das Fachmagazin verschiedene Technologien wie Glasfaser, Kupfer oder Kabel wild durcheinander.
"Die Kombination der im Test berücksichtigten Anschlüsse spiegelt diesen Produktmix wider", schreibt 'Connect' dazu – kann man so machen, muss man aber nicht.
Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo zwischen den beiden Rankings, wobei jenes der 'Bilanz' wenigstens vollständig ist. Der Doppelsieg von Swisscom im Connect-Test ist ungefähr so viel wert, wie wenn der FC Luzern Schweizer Meister wird – in einer Liga, in der Basel, Young Boys, Zürich und St. Gallen nicht mitspielen.

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