Swisscom: Wenig Über­raschungen zum Jahres­auftakt

28. April 2022, 07:46
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Der Umsatz in Italien wächst, das Schweizer Kerngeschäft schrumpft, so die Quartalsbilanz des Telcos. Im B2B-Bereich legt Swisscom auch dank Zukäufen zu.

Der Telco Swisscom hat die Bilanz der ersten drei Monate 2022 vorgelegt: Während der Umsatz moderat zurückging, tauchte der Reingewinn deutlich. Allerdings spielten hier Sonderfaktoren eine massgebliche Rolle.
Operativ zeigte sich das Geschäft robust. Der Umsatz im 1. Quartal sei wegen der Euro-Schwäche um 1,2% auf 2,77 Milliarden Franken gesunken, wie Swisscom mitteilt. Ohne die Währungseinflüsse wäre der Umsatz stabil geblieben. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) ist dagegen um 1,2% auf 1,14 Milliarden Franken gestiegen.
Unter dem Strich erzielte der Telco einen Reingewinn von 447 Millionen Franken, nachdem er im Vorjahreszeitraum 638 Millionen Franken eingefahren hatte. Das damalige Ergebnis war aber von einmaligen Faktoren nach oben getrieben worden. Aufwertungen aus einer Glasfaserkooperation der italienischen Tochter Fastweb und der Verkauf einer Beteiligung in Belgien hatten damals für einen Einmalgewinn von 207 Millionen Franken gesorgt. Ohne diese Sondereffekte wäre der Reingewinn gestiegen.

Rückgang im Kern-Business, Wachstum im IT-Lösungsgeschäft

"Swisscom hat im ersten Quartal 2022 eine erfreuliche Leistung gezeigt und weist einmal mehr ein starkes Betriebsergebnis aus", äusserte sich Konzernchef Urs Schaeppi laut dem Communiqué.
Dabei zeigte sich das übliche Muster: In der Schweiz erodiert das Geschäft, während es in Italien wächst. Hierzulande sank der Umsatz im Kerngeschäft leicht um 0,5% auf 2,07 Milliarden Franken.
Hingegen kletterte der Umsatz im IT-Lösungsgeschäft mit Geschäftskunden um 8,8% auf 297 Millionen. Die Nachfrage nach Cloud, Security sowie IoT- und SAP-Lösungen sowie Business Applikationen steige, schreibt Swisscom. Ausserdem habe der Zukauf der in der Deutschschweiz und im Fürstentum Liechtenstein tätigen Gesellschaften der MTF-Gruppe zusätzliches Wachstum gebracht.
Mit den Zahlen hat Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde übertroffen. Analysten hatten mit leicht weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn gerechnet.

Wenig Neues zum Glasfaserstreit

Keine konkreten Neuigkeiten gab es zum Streit über den Glasfaserausbau. Den Ausbau hatte die Weko gestoppt, weil sie die von Swisscom geänderte Netzarchitektur mit nur einer Zuleitung von der Telefonzentrale bis zum Strassenschacht für wettbewerbswidrig hält. Die Wettbewerbshüter pochen auf einen Ausbau mit vier Fasern.
In der aktuellen Mitteilung schreibt Swisscom zum Thema lediglich, man sei "an einer raschen Lösung interessiert" und führe dazu "intensive Gespräche mit der Wettbewerbskommission".
Bei der Vorlage der Jahreszahlen im Februar hatte Swisscom noch mit einer Reduktion des Glasfaserausbaus gedroht. Im schlimmsten Fall, wenn die Weko auf einem Ausbau mit vier Fasern beharre, so Schaeppi damals, hätte das Mehrkosten von 30 bis 40% zur Folge. Zudem würde sich der Ausbau verlangsamen.

Jahresziele unverändert

Für das Gesamtjahr 2022 hält der Konzern an den bisherigen Zielen fest. Swisscom erwartet einen Umsatz von 11,1 bis 11,2 Milliarden Franken. Der EBITDA soll rund 4,4 Milliarden Franken erreichen und die Investitionen rund 2,3 Milliarden Franken.
Weiter beabsichtigt der Telco 2022, wie auch in den Vorjahren, die Kostenbasis um rund 100 Millionen Franken zu senken.
Dies ist nun Aufgabe des neuen Konzernchefs Christoph Aeschlimann, der sein neues Amt am 1. Juni antritt. Aeschlimann ist aktuell Netz- und Technikchef des Telcos. Wer seine Aufgaben künftig übernehmen wird, hat Swisscom noch nicht bekanntgegeben.

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