Swisscom hat die Übernahme von Vodafone Italia etwas früher als erwartet abgeschlossen. "Die Transaktion wurde am 31. Dezember 2024 vollzogen", teilte der "Blaue Riese" vor dem Wochenende mit.
Bislang hatte Swisscom mit einem Abschluss des 8 Milliarden Euro schweren Deals im ersten Quartal 2025 gerechnet. Der etwas frühere Abschluss des Deals wurde möglich, weil die Swisscom schon bis zum 20. Dezember alle nötigen Bewilligungen der italienischen Behörden erhalten hatte.
Mit dem Anfang 2024 angekündigten Kauf von Vodafone Italia steigt der Schweizer Konzern zum zweitgrössten Telekomanbieter Italiens hinter dem Platzhirsch Telecom Italia auf. Vodafone Italia soll mit der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb zusammengelegt werden. So entsteht gemäss früheren Angaben ein Unternehmen mit einem kombinierten Umsatz von 7,3 Milliarden Euro und einem kombinierten Gewinn (Ebitda) von 2,4 Milliarden Euro.
Wechsel beim Mobilfunk und Festnetz
Vodafone Italia und Fastweb ergänzen sich gut: Während Fastweb ein Breitbandnetz hat, steuert Vodafone Italia ein Mobilfunknetz bei. Die beiden Firmen seien zusammen stärker als alleine, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Nun werde die Integration von Fastweb und Vodafone Italia vorangetrieben. Es müssten eine gemeinsame Organisation konzipiert und Manager ernannt werden, so Aeschlimann.
Beim Mobilfunk wechseln die Fastweb-Kunden bis Ende 2025 auf das Netz von Vodafone Italia. Bisher hatten sie über die Netze von Telecom Italia und Wind Tre telefoniert oder gesurft. Umgekehrt werden die Festnetzkunden von Vodafone Italia auf das Festnetz von Fastweb wechseln. Auch die IT wird den Angaben zufolge zusammengelegt. Die gesamte Integration solle Ende 2029 abgeschlossen sein, sagte Aeschlimann. Dann soll es jährlich 600 Millionen Euro an Synergien geben.
Der neue Firmenname Fastweb + Vodafone sei ein Übergangsname, sagte der Swisscom-Chef. "Wir dürfen die Marke Vodafone maximal fünf Jahre nutzen." Sie werde mit der Zeit verschwinden. Zum Chef der neuen Firma wurde bereits im Juli Fastweb-CEO Walter Renna ernannt.
Kosten von 700 Millionen
Insgesamt rechnet Aeschlimann mit Integrationskosten von 700 Millionen Euro. Davon fallen 200 Millionen bereits in der Swisscom-Konzernrechnung für das Jahr 2024 an, weil die Übernahme früher als erwartet abgeschlossen wurde.
Somit senkt Swisscom auch die Ziele für den Betriebsgewinn für 2024. Auswirkungen auf den Free Cashflow im Jahr 2024 gebe es aber keine, so das Unternehmen. Der Ausblick für Umsatz, Investitionen und Dividende für das Jahr 2024 bleibt unverändert. Damit strebt der Konzern weiterhin einen Umsatz von rund 11,0 Milliarden Franken an.
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