Syndicom fordert von Google "seriöse Personalplanung"

19. Februar 2024 um 09:59
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Google-Büro in Zürich. Foto: zVg

Die Gewerkschaft kritisiert die dritte Entlassungswelle innert Jahresfrist. Das Konsultationsverfahren dazu ist nun abgeschlossen.

Das Konsultationsverfahren zur neuesten Entlassungsrunde bei Google Schweiz steht vor dem Abschluss. Google habe die Antwort bis zum gestrigen 18. Februar versprochen, teilt die Gewerkschaft Syndicom auf unsere Anfrage hin mit. Dementsprechend müssten heute Montag die Resultate der Konsultation dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich mitgeteilt werden. Ein Konsultationsverfahren wird bei Massen­entlassungen durch­geführt.
Google Schweiz wollte sich gegenüber inside-it.ch nicht zum Konsultationsverfahren und der Zahl der Entlassungen äussern, da das Unternehmen weltweit keine spezifischen Angaben zu einzelnen Standorten mache. Die Medienstelle verweist wie schon früher auf das globale Statement von Google: "Wie bereits angekündigt, investieren wir verantwortungsbewusst in die grössten Prioritäten unseres Unternehmens und in die bedeutenden Möglichkeiten, die vor uns liegen. Um uns für diese Chancen bestmöglich zu positionieren, haben einige unserer Teams in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 Änderungen vorgenommen. Ziel ist es, sich effizienter aufzustellen, besser zu arbeiten und die Ressourcen entsprechend auf die wichtigsten Produktprioritäten auszurichten."
Google Schweiz beschäftigt nach eigenen Angaben in Zürich aktuell rund 5000 Mitarbeitende. Davon sollen laut Medienberichten weitere 160 Stellen abgebaut werden. "Das Konsultationsverfahren wird sachgemäss und mit Einbezug der Personalvertretung durchgeführt, wie gesetzlich vorgesehen", erklärt Syndicom. Die Gewerkschaft unterstütze die Personalvertretung bei Google mit dem Ziel, im Rahmen des Verfahrens die Anzahl möglicher Entlassungen zu mindern. "Zudem stehen wir den Betroffenen mit Beratung zur Seite."
Es ist die dritte Entlassungswelle innert Jahresfrist. Im Frühjahr 2023 fielen 250 Stellen weg, im letzten Herbst nochmal 50. Syndicom kritisiert diese Häufung scharf. "Dass Google beabsichtigt, weitere Entlassungen auszusprechen, lässt sich bei so grossem Profit kaum rechtfertigen. Das Unternehmen scheint mehr den Aktionären als den Mitarbeitenden verpflichtet", sagt Miriam Berger, Zentralsekretärin ICT von Syndicom. Auch die Mitarbeitenden würden das wahrnehmen und hätten gemerkt, "dass es sich lohnt, sich zusammenzuschliessen". Seit Juli 2020 verfügen die Zoogler über eine Personalvertretung.
Zu den drei Entlassungsrunden erklärt Berger: "Es sind jeweils unterschiedliche Personalgruppen, die betroffen sind. Wir fordern das Unternehmen dazu auf, künftig eine längerfristige und seriöse Personalplanung zu betreiben, statt in mehreren Wellen Massenentlassungen vorzunehmen." Beim aktuellen Stellenabbau sei "der Sozialplan nach wie vor nicht fertig verhandelt, weil es immer wieder zu Verzögerungen kam". Die Gewerkschaft leiste ihren Beitrag, damit ein Verhandlungsergebnis angestrebt werden könne. Von Google International heisst es dazu: "Wir unterstützen alle betroffenen Mitarbeitenden weiterhin bei der Suche nach neuen Aufgaben hier bei Google und darüber hinaus."
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