T-Systems Schweiz geht mit eigener Public-Cloud-Lösung an den Start

1. Februar 2022 um 09:57
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Thomas Reitze, Geschäftsführer T-Systems Schweiz

Statt wie geplant im vergangenen Sommer startet die "Swiss Open Telekom Cloud" von T-Systems erst jetzt. Geschäftsführer Thomas Reitze hat uns die Verzögerung und seine Pläne erklärt.

T-Systems Schweiz sieht in der Schweiz Potenzial für die Public Cloud. Dementsprechend lanciert das Unternehmen das Angebot "Swiss Open Telekom Cloud", das "von A bis Z komplett schweizerisch ist", wie Geschäftsführer Thomas Reitze im Gespräch mit inside-it.ch sagt. Die Daten liegen in der Schweiz und würden nach dem hiesigen Datenschutzgesetz verarbeitet. Das würde das Schweizer Angebot von vergleichbaren Produkten in Deutschland und Holland unterscheiden so Reitze. Die anderen Länder seien ein bisschen neidisch auf die Schweiz, sagte der Manager. Wie im Nachbarland kommt auch beim hiesigen Angebot Huawei-Hardware zum Einsatz. Angesprochen auf die Diskrepanz, ein sicherer Datenhalter mit Produkten des oft kritisierten chinesischen Lieferanten sein zu wollen, sagt Reitze: "Es gibt kaum eine grössere Cloud-Infrastruktur ohne chinesische Hardware."

Umsatzziele mit einem Kunden fast erreicht

Jedenfalls hätte die Swiss Open Telekom Cloud schon vergangenen Sommer am Markt sein sollen. "Weil das Produkt ausschliesslich von eigenen Mitarbeitenden entwickelt worden ist, kam es zu Verzögerungen", erklärt Reitze. Das Angebot sei in Zusammenarbeit mit einem grossen Schweizer Bestandskunden entwickelt worden, der jetzt migriert sei. Um welches Unternehmen aus welcher Branche es sich handelt, wollte Reitze allerdings nicht verraten. Zu den Umsatzzielen von T-Systems mit der "Swiss Open Telekom Cloud" leiste dieser Kunde allerdings schon einen beträchtlichen Beitrag. Auch, wenn es noch etwas mehr Umsatz brauche, bis die Ziele erreicht sind. Klar sei aber, dass "Unsere Organisation sich massiv transformieren wird. Ein grosser Umsatzteil muss aus den neuen Themen kommen", so Reitze.
Für die Erträge sollen einerseits Neukunden sorgen, aber diese "werden vermutlich erst im 2023 richtig wirksam", so Thomas Reitze. Dementsprechend sollen weitere Bestandskunden migriert werden. "Wir haben ein auslaufendes Produkt, von dem Kunden zur Open Telekom Cloud migriert werden können." Von Zwangsmigration will Reitze auf Nachfrage aber nichts wissen, es gebe auch ein anderes Nachfolgeprodukt und somit kein "friss oder stirb."
Zu den Preisen des Angebots will sich Reitze nicht so recht in die Karten schauen lassen. "Wir wollen keinen Preiskampf", sagt er. Es gebe ein Einsteigermodell mit Bedarfsnutzung und eine langfristige Partnerschaft, die mindestens einen 12-Monats-Vertrag voraussetze. Diese Variante sei dafür stark rabattiert.

Bewusster Verzicht bei Public-Cloud-Ausschreibung

Angesprochen auf die Public-Cloud-Ausschreibung des Bundes sagt Reitze, dass T-Systems bewusst kein Angebot gemacht habe. "Da waren unverständliche Kriterien drin. Man habe das aber so akzeptiert, weil man sich "über viele weitere Themen in regelmässigem Austausch befindet." Und auch mit den Hyperscalern, die den Zuschlag erhalten haben, "wollen wir die gute Zusammenarbeit fortsetzen." Übersetzt heisst die verklausulierte Formulierung, dass man nicht potentielles Neukundengeschäft riskieren wollte, und man deshalb auf den Public-Cloud-Auftrag verzichtete. Allgemein habe T-Systems eine grosse Nähe zum Bund, sagte Reitze. Und überhaupt wäre es nicht das erste Mal, dass der Bund einen Zuschlag vergibt und sich dann später doch noch umentscheidet.

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