Techinvestor Softbank mit Riesenverlust durch Börsen-Talfahrt

9. August 2022, 09:10
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Ein Softbank-Store in Ibaraki in Japan. Foto: Kirakirameister unter CC 3.0

Der japanische Konzern muss einen Quartalsverlust in zweistelliger Milliardenhöhe verbuchen. Viele Tech-Titel schlagen negativ zu Buche.

Der Kursabschwung bei Tech-Aktien hat dem japanischen Konzern Softbank einen riesigen Quartalsverlust beschert. Unterm Strich sammelten sich in der Bilanz rote Zahlen von 3,16 Billionen Yen (umgerechnet 23 Milliarden US-Dollar) an. Auslöser waren unter anderem Abschläge auf Beteiligungen an der E-Commerce-Plattform Coupang und dem Essenslieferdienst Doordash.
Gründer und Chef Masayoshi Son hatte das Unternehmen unter anderem über den Investitionsfonds Vision Fund zu einem der grössten Tech-Investoren weltweit gemacht. In der Vergangenheit verbrannte er sich die Finger unter anderem an einer Milliardeninvestition in die Büroimmobilien-Firma Wework.
Die Beteiligungen an Doordash und der Software-Firma Sensetime schlugen mit einem Minus von jeweils 220,7 Milliarden Yen (1,64 Milliarden Dollar) und 235,9 Milliarden Yen (1,75 Milliarden Dollar) zu Buche. Softbank ist aber auch ein Investor bei vielen nicht an der Börse notierten Unternehmen wie dem Bezahldienst Klarna oder dem Tiktok-Besitzer Bytedance. Auch da gibt es Rückgänge: So musste Klarna in der jüngsten Finanzierungsrunde einen Abschlag von 85% auf die Gesamtbewertung im Vergleich zur erst ein Jahr zurückliegenden vorherigen Geldspritze hinnehmen.

Mit Arm an die Börse, bei Uber raus

Aktuell bereitet Softbank den Börsengang des Chip-Designers Arm vor, dessen Halbleiter-Architektur praktisch in allen Smartphones und Tablets zum Einsatz kommt. Softbank hatte Arm im Jahr 2016 für rund 32 Milliarden Dollar übernommen. Zwischenzeitlich war der Verkauf an die Chip-Konzern Nvidia geplant, was jedoch an Bedenken von Wettbewerbshütern scheiterte. Für eine grosse Aktienplatzierung sind die Marktbedingungen aktuell allerdings ungünstig.
Bei Uber ist Softbank nun ganz aussteigen und hat seine Aktien bis Juli abgestossen. Dies berichtet 'CNBC'. Der japanische Konzern investierte zwischen 2018 und 2019 in den Plattformbetreiber und war zeitweise der grösste Anteilseigner. Bereits letztes Jahr verkaufte er aber einen Drittel seiner Anteile.

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