Telco-Ausrüster verlassen Russland

12. April 2022, 10:32
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Foto: Jacek Dylag / Unsplash

Huawei, Ericsson und Nokia stoppen ihre Geschäfte in Russland. Es droht ein Engpass in der Mobilfunkversorgung.

Die drei weltweit grössten Netzwerkausrüster ziehen sich aus Russland zurück: Huawei, Ericsson und Nokia haben praktisch gleichzeitig bekannt gegeben, ihre Geschäftstätigkeiten in Russland vorübergehend zu stoppen. Sie machensomit den gleichen Schritt wie praktisch alle namhaften Tech-Firmen der Welt.
Da das Russland-Geschäft Nokias weniger als 2% des Nettokonzernumsatzes ausmache, bleibe der Ausblick auf das Gesamtjahr 2022 unverändert, teilte das finnische Unternehmen mit. Allerdings werde der Ausstieg aus Russland im ersten Quartal zu einer Rückstellung von etwa 100 Millionen Euro führen. Auch der schwedische Konzern Ericsson teilte mit, im ersten Quartal Rückstellungen von umgerechnet 95 Millionen Dollar zu machen. Von Huawei sind keine entsprechenden Zahlen bekannt, sie dürften sich aber in einer ähnlichen Grössenordnung bewegen.

Konsequenzen für die Bevölkerung

Von den drei Ausrüstern stammt der Grossteil der Mobilfunk-Basisstationen in Russland. Laut Analysten der Mobile Research Group beträgt deren Abdeckung 80%. Dem Land drohen also eher früher als später Engpässe in der Mobilfunkversorgung, sofern sich Russland nicht rechtzeitig mit eigener oder zumindest alternativer Technologie eingedeckt hat. Das chinesische Unternehmen ZTE könnte als Lieferant in die Bresche springen. Bis dato wurde dessen Rückzug noch nicht angekündigt.

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