Telecom Liechtenstein bleibt staatlich

5. Mai 2022, 10:53
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Das Schloss Vaduz thront über der Hauptstadt von Liechtenstein. Foto: Henrique Ferreira / Unsplash

Eine Interpellation verlangte die Überprüfung der Besitzverhältnisse des Telcos. Die Regierung sagt nun: Das Unternehmen bleibt in Staatsbesitz.

Die Telecom Liechtenstein soll staatlich bleiben. Dies hält die Regierung des Fürstentums in einer Antwort auf eine Interpellation fest. Sie sei grundsätzlich offen für eine Privatisierung im Telekommunikationssektor, allerdings hätten Abklärungen gezeigt, dass kein geeigneter Partner zur Verfügung stehe, heisst es in der Mitteilung der Regierung.
Die christlich-konservative "Fortschrittliche Bürgerpartei" (FBP) hatte in der Interpellation vom August 2021 verstärkte Eingriffe in die Privatwirtschaft und Konkurrenz seitens des Staates moniert. Sie forderte die Regierung auf, Veränderungen im dynamischen Bereich der Telekommunikation und Postversorgung zu prüfen.
Die Telecom Liechtenstein befinde sich in einem Transformationsprozess und sei auf sehr gutem Weg die gewünschten Skaleneffekte auch ohne strategischen Partner mit finanzieller Beteiligung zu erzielen, wird in der Antwort der Regierung ausgeführt. Somit sieht sie keinen Anlass für einen Ausstieg des Staates aus dem Telekommunikationssektor.
Der Grundversorgungsauftrag sieht neben der Erreichbarkeit der Landesvorwahl +423 und der Bereitstellung von internationalen Verbindungen und Notrufnummern auch inländische Kommunikationsdienstleistungen im Falle eines Marktversagens und in Krisenzeiten vor.
Telecom Liechtenstein ist auch im Schweizer Markt aktiv. Das Unternehmen bietet unter anderem ein Security Operations Center in der Hauptstadt Vaduz sowie White-Label-Mobile für Schweizer Kunden. Im Geschäftsbericht wurde der Schweizer Markt als ein Fokus zur Kompensation des schrumpfenden Kerngeschäfts mit Festnetztelefonie ausgemacht.

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