Tencent investiert 300 Millionen in Gameentwickler Ubisoft

7. September 2022, 13:46
  • politik & wirtschaft
  • tencent
  • international
image
Ubisoft-Büros in Kanada. Foto: The City of Toronto / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Der chinesische Technologiekonzern erhöht seine Beteilung am französischen Unternehmen Ubisoft, das damit seine Unabhängigkeit wahren will.

Nach den Übernahmen von Activision Blizzard durch Microsoft und Bungie durch Sony, rankten sich auch immer wieder Gerüchte um eine mögliche Übernahme des französischen Gameentwicklers Ubisoft. Als potenzielle Käufer wurden unter anderem Sony, eine grössere Beteiligungsgesellschaft oder der chinesische Techkonzern Tencent ins Spiel gebracht.
Das französische Studio, das von 5 Brüdern gegründet wurde, betonte jedoch stets, dass es gerne unabhängig bleiben würde. Nun scheint der Entwickler von Games wie Assassins Creed, Rainbow Six oder Far Cry diese Position festigen zu können. In einem Communiqué teilte das Unternehmen mit, dass eine neue Vereinbarung mit Tencent unterzeichnet wurde.
Konkret investiert der chinesische Konzern 300 Millionen Euro in die Guillemot Brothers Limited Holding der Gründerfamilie, die auch Haupt­aktionär von Ubisoft ist. Davon sind 200 Millionen Euro für den Kauf von Aktien und 100 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung bestimmt, schreibt Ubisoft. Tencent erwirbt somit eine wirtschaftliche Beteiligung von 49,9% und 5% der Stimmrechte an der Holding.
So soll der Spieleentwickler auch weiterhin ausschliesslich von der Familie Guillemot kontrolliert werden. Tencent wird künftig auch nicht im Ver­wal­tungs­rat der Holding vertreten sein und erhält keine Zustimmungs- oder Vetorechte. Darüber hinaus gewährte der chinesische Konzern der Holding ein langfristiges Darlehen, um deren Schulden zu refinanzieren.
Tencent soll aktuell insgesamt 11,3% der Anteile von Ubisoft selbst halten. Im Rahmen der neu getroffenen Vereinbarung könnte dieser Wert in Zukunft auf bis zu 16,8% steigen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Es wird nichts mit der Deloitte-Lösung Rialto für die Baselstädtische Polizei

Nun hat's auch die Einführung eines neuen Systems bei der Kapo Basel-Stadt getroffen. Weil keine Offerte kam, muss neu evaluiert werden. Möglicher Verlust: 1,8 Millionen.

publiziert am 5.10.2022
image

Jetzt liegt mit "Matter" der erste Smart-Home-Standard vor

Die Connectivity Standards Alliance mit Apple, Google, Amazon, Samsung und 280 weiteren Technikherstellern haben einen IoT-Standard verabschiedet.

publiziert am 5.10.2022
image

BIZ macht Vorschläge für Bigtech-Regulierungen

Damit die grossen Tech-Unternehmen im Finanzbereich keine marktbeherrschende Stellung einnehmen können, werden im Institut zwei verschiedene Ansätze diskutiert.

publiziert am 5.10.2022
image

NIS-Strahlung: Bund will für bis zu 600'000 Franken Risiken erforschen

Für Forschungsprojekte zu 5G, nichtionisierender Strahlung und Mobilfunk werden Anbieter gesucht. Das Bundesamt für Umwelt erklärt uns die Hintergründe.

publiziert am 5.10.2022 1