TV-Anbieter wälzen Replay-Kosten auf Kundschaft ab

14. September 2022, 12:25
letzte Aktualisierung: 16. September 2022, 08:44
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Foto: Glenn Carstens-Peters / Unsplash

Die Branche entscheidet sich praktisch geschlossen für die Abwälzung der Kosten bei der Umgehung der Zwangswerbung. Nur Zattoo schert aus.

Beim Werbevermarkter Goldbach klingt alles ganz toll. In einem Video werden die neuen Werbeformate (Replay-Ads) beim Start von zeitversetztem Fernsehen, beim Vorspulen und beim Pausieren von Live-Programmen angepriesen – und wie toll das Ganze für Werbetreibende sei.
Goldbach klammert selbstredend aus, wie "toll" das Ganze für die Kundschaft ist. Für die meisten resultiert die Geschichte nämlich in steigenden Preisen, zumindest wenn man sich die angepriesenen Replay-Ads nicht antun will. Weil TV-Anbieter ab dem 4. Oktober 2022 eine monatliche Gebühr von 7 Franken, statt wie bisher 2 Franken pro Monat und Kundin oder Kunde abliefern müssen, wälzen diese die Kosten nämlich mindestens teilweise auf die Kundschaft ab.
Praktisch alle Anbieter sind sich einig, dass sie die Kosten nicht selbst tragen wollen. So erhöht die Branche die Preise und trägt dabei nur im Falle von IWay, Salt, Teleboy und Quickline nur einen Teil der anfallenden Kosten selbst.

Preiserhöhungen der einzelnen Anbieter im Überblick

  • Salt: 3,95 Franken
  • Iway: 4,50 Franken
  • Teleboy: 5 Franken
  • Quickline: 5 Franken
  • Swisscom: 6,90 Franken
  • Sunrise: 7,90 Franken
  • Yallo: 7,95 Franken
  • Init7: 11 Franken
Nur Zattoo hat sich dazu entschieden, die Kosten nicht auf die Kundschaft abzuwälzen. Das klingt zwar gut, hat allerdings einen Haken: Beim 12 Franken teuren "Premium"-Abo gibt es keine Möglichkeit, die Werbeclips zu überspringen. Einzig beim 8 Franken teureren "Ultimate"-Abo wird diese Funktion integriert.

Teilnehmende TV-Stationen

Zum Start am 4. Oktober sind folgende Sender mit dabei und führen Werbung bei Replay ein: 3+ bis 7+, Kabel Eins, Nitro, Pro7/Maxx, Puls 8, RTL, RTL2, S1, Sat1/Gold, Sixx, TV24/25 und Vox. Ab 2023 starten zusätzlich TeleZüri, TeleBärn, Tele1, Tele M1, TVO, Telebasel, Léman bleu, Tele Ticino, Tele Top, Tele Südostschweiz, Canal Alpha, Canal9/Kanal9, La Télé, Tele Bielingue und SWISS 1, n-tv, SUPER RTL.
Bei den öffentlich-rechtlichen Programmen von SRG, ARD, ZDF oder ORF gibts bis auf Weiteres keine Zwangswerbung. Wobei das nicht in Stein gemeisselt ist: Ein Beitritt zur Branchenvereinbarung werde in Betracht gezogen, teilte SRG-Sprecher Edi Estermann auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda' mit: "Hierzu laufen aktuell ergebnisoffene Gespräche."
Update 16. September, 9.30 Uhr: Preiserhöhung von Iway eingefügt.

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