Twitter will Verbindungen zu Mitto kappen

10. Februar 2022 um 11:37
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Foto: Ravi Sharma / Unsplash

Einem Gründer der Zuger Firma wird vorgeworfen, dass er "alternative Dienste" zur Überwachung von Mobiltelefonen angeboten haben soll. Jetzt zieht mit Twitter ein grosser Kunde Konsequenzen.

Das Zuger Unternehmen Mitto bietet eigentlich einen Versand von automatisierten Textnachrichten für Terminerinnerungen, Marketing­kampagnen oder 2-Faktor-Authentifizierungen an. Neben diesem Geschäftszweig steht das Unternehmen aber auch unter Verdacht, einen Überwachungsservice betrieben zu haben. Laut Recherchen von 'Bloomberg' und dem Londoner Bureau of Investigative Journalism soll insbesondere Mitgründer Ilja Gorelik die Schwach­stellen im Mobilfunk-Protokoll SS7 ausgenutzt haben, um Mobiltelefone überwachen zu können.
Das Unternehmen erklärte darauf, dass man "nicht an einem Überwachungs­geschäft" beteiligt sei und eine interne Untersuchung eingeleitet habe. Zusätzlich wurde auch vom Edöb eine Vorabklärung getroffen, in der der Betreiber zu einer Stellungnahme aufgefordert wurde. Später kamen dann Gerüchte auf, dass Gorelik nicht mehr im Unternehmen tätig sei. Inwiefern sich sein Status im Unternehmen geändert haben könnte, ist unklar. Auf der Website von Mitto wird er bis heute (Stand 10. Februar 2022) als Mitgründer und COO aufgeführt.

Erste Abgänge

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe haben grosse Kunden von Mitto, darunter Google, die MTN Group oder das Mobilfunkunternehmen Kaleyra das Unternehmen kontaktiert, um Bedenken zu äussern und weitere Informationen zu den Überwachungsvorwürfen einzuholen. Mehrere Firmen – darunter auch Kaleyra – haben ihre Geschäftsbeziehungen bereits beendet.
Mit Twitter scheint sich nun ein erster richtig grosser Kunde vom SMS-Versender abzuwenden. In einer Offenlegung teilte die Social-Media-Plattform dem US-Senatoren Ron Wyden mit, dass daran gearbeitet werde, die von Mitto genutzten Services über andere Wege zu gewährleisten. Gegenüber 'Bloomberg' sagte der Berater von Wyden, dass wohl die Medienberichte ausschlaggebend für die Entscheidung von Twitter gewesen seien. Auf die Frage nach Kundenabgängen erklärte ein Sprecher von Mitto gegenüber der Newssite, dass man keine Informationen über seine Geschäftspartner preisgebe, "egal über welchen Kanal – ob offiziell oder inoffiziell –, Punkt".

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