US-Produktion von Chip-Fertiger TSMC verzögert sich

21. Februar 2022, 11:38
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Eine Fabrik in Arizona sollte ab Herbst 2022 die Kapazitäten des Apple-Zulieferers erhöhen. Doch der Start wird nach hinten verlegt. Auch Intel investiert heftig.

Schon seit geraumer Zeit haben die Chip-Fertiger mit einer sehr hohen Nachfrage zu kämpfen, so auch TSMC. Der taiwanesische Chip-Fertiger ist ein wichtiger Zulieferer für unter anderem Apple.
Um Engpässe und Probleme durch geopolitische Konflikte zu mildern, will TSMC auch in den USA produzieren. Doch laut einem Bericht von 'Nikkei' verzögert sich die Eröffnung der geplanten Fabrik in Arizona.
Dem Bericht zufolge wollte TSMC im September 2022 mit der Verlegung von Produktionsanlagen beginnen. Aber das Unternehmen habe den Zulieferern mitgeteilt, dass dies auf Februar oder März 2023 verschoben werde, erklären mehrere Quellen gegenüber 'Nikkei'.
Es gebe verschiedene Gründe für die Verzögerung. Etwa seien die Verfahren, um die nötigen Bewilligungen für den Bau zu erhalten, kompliziert. Dem Bericht zufolge fehlt es noch an einzelnen Genehmigungen. Ausserdem seien sich TSMC und die Lokalregierung noch nicht einig, welche Steuererleichterungen und Subventionen gewährt werden sollen.
Hinzu komme der Arbeitskräftemangel und die immer wieder auftretenden Covid-19-Infektionen in den USA. Verschärft werden könnte der Mangel an Personal auch durch Intel. Denn der US-Konzern plant, viel Geld in die Erweiterung einer bestehenden Anlage in Arizona zu investieren. Gemäss 'Nikkei' soll der lokale Personalbestand von 12'000 um weitere 3000 Personen erhöht werden.

Intel ist in einer "Investitionsphase"

Wie 'CNBC' von einer Intel-Investorenkonferenz berichtet, will Intel 20 Milliarden US-Dollar in Chip-Fabriken in Arizona und Ohio stecken. Ausserdem hat der Konzern Pläne für eine Anlage in Europa.
Das Unternehmen erklärte gegenüber den Investoren, bis 2025 ein jährliches Wachstum von 10% erreichen zu wollen. Gemäss dem Bericht rechnet Intel für das laufende Jahr mit einem "moderaten" Wachstum. Derzeit befinde sich Intel in einer "Investitionsphase". Für 2022 geht Intel deshalb von einem negativen Free Cash Flow von mindestens einer Milliarde Dollar aus.
Vor rund einem Jahr hat Patrick Gelsinger als CEO übernommen. Er kündigte an, das Unternehmen umzukrempeln. Insbesondere weil Konkurrenten wie AMD und frühere Kunden wie Apple begannen, mit ihren Chips Intels früheren Status als Spitzenreiter unter den Prozessorherstellern in Bezug auf Leistung und Performance infrage zu stellen.

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