Versicherungsriese Lloyd's fürchtet, gehackt worden zu sein

6. Oktober 2022, 10:26
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Lloyd's-Gebäude in London. Foto: Mark Bishop / Unsplash.

Der Konzern hat die externen Verbindungen gekappt, nachdem ein möglicher Cyberangriff festgestellt worden ist. Lloyd's Syndikate handeln auch mit Cyberversicherungen.

Der Versicherungsriese Lloyd's of London untersucht einen möglichen Cyberangriff. "Als Vorsichtsmassnahme setzen wir das Netzwerk und die Systeme von Lloyd's zurück. Alle externen Verbindungen wurden abgeschaltet", sagte ein Sprecher gegenüber 'The Record'. Weitere Angaben etwa zum Malwaretypen oder möglichen Urhebern wollte der Konzern nicht machen.
Lloyd’s of London betreibt einen internationalen Markt, auf dem Versicherungen gehandelt und Risiken gebündelt werden. Die Gesellschaft ist dazu in verschiedene konkurrierende Syndikate aufgeteilt, seit 1948 existiert auch ein Ableger in der Schweiz. Im ersten Halbjahr 2022 verzeichnete Lloyd's einen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar aus dem Versicherungsgeschäft.
Einige der Syndikate sind auf den Vertrieb von Cyberversicherungen spezialisiert. Diese wurden im August darauf verpflichtet, keine staatlich unterstützten Angriffe mehr abzudecken. Policen müssen seither entsprechende Klauseln enthalten, wenn dies nicht explizit von Lloyd's anders festgehalten worden sei, berichtete das Magazin 'Versicherungswirtschaft heute'. Der Konzern hat laut 'Insurance Journal' 1,3 Milliarden Dollar Versicherungssumme für Kunden reserviert, die vom Konflikt in der Ukraine betroffen sind.
Lloyd's sei ein bekannter Befürworter von Sanktionen gegen Russland, nachdem das Land in die Ukraine überfallen hat, schreibt 'The Record'. Der Konzern sprach sich demnach mehrfach für sanktionierende Weisungen der britischen Regierung aus.

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