Vor 25 Jahren: VMware legt los

17. Februar 2023 um 12:19
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Foto: Ben Hamilton (Ben Gertzfield) / Openverse, lizenziert unter CC BY-NC-SA 2.0

Vom Silicon-Valley-Startup zur globalen Tech-Grösse: Der Virtualisierungsspezialist wird 25 Jahre alt.

In diesem Monat feiert VMware sein 25-jähriges Bestehen. Nicht viele Unternehmen, die im Silicon Valley – oder irgendwo auf der Welt – gegründet wurden, könnten auf 25 Jahre Wachstum zurückblicken, schreibt CEO Rangarajan "Raghu" Raghuram in einem Blogbeitrag anlässlich des Jubiläums.
Wie es sich für eine Silicon-Valley-Grösse gehört, beginnt auch die Geschichte von VMware in der metaphorischen Garage irgendwo im kalifornischen Palo Alto. Metaphorisch, weil es sich nicht um eine Garage, sondern um Räumlichkeiten über einem Feinkostladen handelte, in denen 5 Computerwissenschaftler unter der Leitung von Gründungs-CEO Diane Greene am 10. Februar 1998 loslegen. Neben Greene, die bis 2008 an der Spitze des Konzerns stand, gehörten Mendel Rosenblum, Scott Devine, Edward Wang und Edouard Bugnion zum Gründungsteam. Letzterer bringt Schweizer Wurzeln in die US-Techfirma: Bugnion wurde in Neuchâtel geboren und hat einen Bachelor in Engineering an der ETH-Zürich absolviert.
Am Anfang stand die x86-Virtualisierung, später folgten Storage und Networking. VMware habe "Software defined" zur Standardarchitektur des modernen Rechenzentrums gemacht, schreibt Raghuram, und gestalte die Multi-Cloud-Zukunft mit.
2004 wurde das noch junge Unternehmen von EMC gekauft – für 625 Millionen US-Dollar. In den Jahren darauf folgte die Expansion nach Asien und Europa. Am 14. August 2007 brachte EMC 15% seiner Tochtergesellschaft VMware an die Börse. Zum IPO wurden die Papiere für 29 Dollar herausgegeben, am Ende des Tages lagen sie bei 51 Dollar. Mit einer Bewertung von 19,1 Milliarden Dollar handelte es sich um den grössten Tech-IPO des Jahres.
Ein Jahr später wurde Mitgründerin und CEO Greene vom Vorstand entlassen – wegen enttäuschender Finanzergebnisse. Ihr wurde eine andere Rolle im Unternehmen angeboten, aber sie lehnte ab. Kurz darauf trat Mendel Rosenblum, der Mitbegründer und Chefwissenschaftler des Unternehmens und Ehemann von Diane Greene, zurück.
Auf Greene folgten Paul Maritz und 2013 Pat Gelsinger. In den Jahren darauf tauchten Gerüchte auf, EMC wolle – unter Druck eines aktivistischen Investors – VMware verkaufen. Dazu kam es nicht, stattdessen wurde EMC von Dell gekauft. Im Jahr 2000 schliesslich wurde bekannt, dass Dell eine Abspaltung von VMware prüft. Die Scheidung wurde 2021 vollzogen, was dem Virtualisierungsspezialisten mehr Freiheit und Flexibilität verschaffen sollte, wie es damals hiess. Im selben Jahr verliess Pat Gelsinger das Unternehmen gen Intel und Raghu Raghuram wurde zum neuen CEO ernannt.
In der Unabhängigkeit wird VMware wohl aber nicht bleiben. Letztes Jahr kündigte Broadcom die geplante Übernahme des Unternehmens an – für 61 Milliarden Dollar. Dieser Deal ist noch nicht unter Dach und Fach, Regulierungsbehörden untersuchen ihn derzeit. Die EU hat auf Anfang Juni 2023 eine Entscheidung angekündigt.

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