Vor 33 Jahren: Am Ursprung des WWW

18. März 2022, 14:10
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Tim Berners-Lee. Foto: Cern

Eigentlich hatte Tim Berners-Lee 1989 nur einen Vorschlag zur Verwaltung der Informationen am Cern gemacht. Ein Jahr später war daraus die Grundlagen des World Wide Web geworden.

"Wir sollten auf ein universelles verknüpftes Informationssystem hinarbeiten, in dem Allgemeinheit und Übertragbarkeit wichtiger sind als ausgefallene Grafiktechniken und komplexe Zusatzfunktionen." In den ersten Worten der Conclusio seines Papers "Information Management: A Proposal" wird deutlich, warum Tim Berners-Lee als Erfinder des World Wide Web (WWW) gilt.
Das Papier war in der ersten Version vor 33 Jahren im März 1989 erschienen und dann überarbeitet im Mai 1990. Es beschreibt, wie Dokumente auf öffentlichen Servern gespeichert und verlinkt werden können und umreisst damit das Prinzip des WWW.
Konkret entwickelte Berners-Lee ab 1989 auf der Basis seines Vorschlags mit anderen Forschern die Hypertext Markup Language (HTML), das Protokoll, dem Computer folgen müssen, um am Datenverkehr im Web teilnehmen zu können. Ende 1990 ging die erste Webseite online.
Zwar gab es damals das Internet schon, allerdings bestand bis zur Erfindung des WWW keine Möglichkeit des Informationsaustausches darüber. Dies hat Berners-Lee als Wissenschaftler am Kernforschungszentrum Cern mit seinem Vorschlag für ein vernetztes Informationssystem geändert.
Der 1955 in London geborene Berners-Lee liess seine Erfindung nicht patentieren. Vielmehr veröffentlichte das Cern am 30. April 1993 den Softwarecode. "Berners-Lee wurde kein reicher Mann. Stattdessen explodierte das Web, veränderte die Welt und machte Menschen zu Milliardären, die das Potenzial des Webs früh erkannten und als Basis für ihre Unternehmen nutzen", hiess es vor einem Jahr in einem Bericht der 'Finanz und Wirtschaft'.
Berners-Lee war schon 1984 nach Genf ans Cern gekommen. 1994 gründete er das World Wide Web Consortium (W3C) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und hält dort seit 1999 den 3Com-Founders-Lehrstuhl am Laboratory for Computer Science. Zudem hat er seit 2016 einen Lehrstuhl an der Universität Oxford. Er ist vielfach geehrt und unter anderem 2004 von Königin Elisabeth II. geadelt worden.
Auf seinem Blog setzt sich Berners-Lee für junge Forscher ein, warnt vor Datenmissbrauch, Desinformation und Zensur und kritisiert die Benachteiligung von Frauen genauso wie die Macht Internet-Konzerne.

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