Vor 50 Jahren: Das Startup SAP wird gegründet

1. April 2022, 13:09
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Die SAP-Gründer Klaus Tschira, Hasso Plattner, Dietmar Hopp und Hans-Werner Hector im Jahr 1980 (vlnr.) Foto: SAP

Am 1. April 1972 gründeten fünf Männer das ERP-Unternehmen "Systemanalyse und Programmentwicklung". Heute zählt es rund 440'000 Kunden.

Heute vor 50 Jahren entschlossen sich fünf ehemalige IBM-Mitarbeiter, ein Unternehmen namens "Systemanalyse Programmentwicklung" zu gründen. Ihr Ziel: Standardsoftware zu entwickeln, die in Firmen alle betrieblichen Abläufe integriert und Daten in Echtzeit verarbeitet. Heute kennt man die Software unter dem Begriff ERP, das Unternehmen unter dem Kürzel SAP (von eiligen Zeitgenossen gerne "Sap" ausgesprochen, offiziell: S. A. P.).
Die fünf Gründer Dietmar Hopp, Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther blicken auf eine ungeheure Erfolgsgeschichte zurück. Nach eigenen Angaben zählt SAP für seine Businesssoftware weltweit 440'000 Kunden und über 107'000 Beschäftigte. Letztes Jahr setzte das Unternehmen rund 27 Milliarden Euro um.

15 Jahre Startup

Das erwartete bei der Gründung am 1. April 1972 niemand. "Wir hatten damals Zeit – unsere Startup-Phase dauerte etwa zehn bis 15 Jahre", sagte Gründer Dietmar Hopp zum Lokalmedium 'NWZ'. Er erhielt 2005 den Titel des Ehrenbürgers im beschaulichen Städtchen Walldorf, wo SAP heute noch seinen Hauptsitz hat. In den Fussballkurven Deutschlands dürfte das nicht auf viel Liebe gestossen sein, dort ist Hopp als Mäzen des Fussballvereins TSG 1899 Hoffenheim bei vielen Anhängern verhasst.
Sein Assistent Hasso Plattner ist in der Öffentlichkeit ebenfalls als Mäzen und Stifter bekannt. Anders als Hopp, der 2005 aus dem Aufsichtsrat von SAP ausschied, ist er aber noch immer bei SAP aktiv. Auch Plattner ist Ehrenbürger, allerdings in Potsdam, wo er wohnt und seine Stiftung einen im Zweiten Weltkrieg zerstörten Palast wiederaufbauen liess. Plattner hatte ab 1979 die Verantwortung für die Technologie bei SAP inne.

Zukunft in der Cloud

Die Geschichte von SAP kennt auch dunkle Kapitel: 2021 leakten Dokumente, die laut 'ARD' und 'Spiegel' belegen sollen, dass sich der Konzern bereits ab den 1990er-Jahren mit unlauteren Methoden an die Weltspitze gekämpft hat. Die Vorwürfe lauteten vor allem auf Diebstahl geistigen Eigentum. Oracle, der gewichtigste Konkurrent der Walldorfer, hatte bereits 2007 eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb gegen SAP erhoben und erhielt Schadenersatz von 272 Millionen Dollar zugesprochen.
SAP führt im ERP-Markt vor Oracle. Der Konzern steckt derzeit viel Geld in Technik und Produkte, um das Wachstum im Cloud-Bereich anzukurbeln. SAP-Chef Christian Klein will damit verhindern, gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen zu gelangen. Sein Ziel: Ein Umsatzplus von rund einem Viertel im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft.

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