Was braucht es, um Frauen in MINT-Berufen zu halten?

13. September 2023 um 11:30
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In vielen MINT-Unternehmen fehlt es an Frauen. Foto: Austin Distel / Unsplash

Frauen wählen nicht nur seltener einen technischen Beruf, sondern sie verlassen die Branche auch häufiger als Männer. Die Ostschweizer Fachhochschule will herausfinden, wie das geändert werden kann.

ICT-Berufsbildung Schweiz geht davon aus, dass in der Informatik im Jahr 2028 rund 35'800 Fachleute fehlen werden. Wenn es um den Fachkräftemangel in der IT oder anderen technischen Berufen geht, wird praktisch immer betont, dass mit dem geringen Frauenanteil viel Potenzial ungenutzt bleibe. Aktuell liegt er gemäss dem Verband im ICT-Berufsfeld bei 17% und bei den ICT-Lernenden lediglich bei 13%.
Trotz verschiedener Massnahmen verharren diese Zahlen auf tiefem Niveau. An den Hochschulen zeigt sich ein ähnliches Bild. Im MINT-Bereich gehört die Schweiz weiterhin zu den OECD-Ländern mit dem tiefsten Frauenanteil. Verschärft wird das Problem aufgrund der Tatsache, dass Frauen MINT-Berufe häufig wieder verlassen.

Was müssen Firmen tun?

Mit einem neuen Forschungsprojekt der Ostschweizer Fachhochschule sollen Massnahmen entwickelt werden, um dies zu ändern. Dazu will das Institut für Gender und Diversity (IGD) der Ost Berufseinsteigerinnen, Studentinnen und weibliche Lernende im MINT-Bereich zu ihren Bedürfnissen und Erwartungen befragen. Die Ergebnisse dieser quantitativen Befragung sollen mit Interviews ergänzt werden, um herauszufinden, welche konkreten Veränderungen in Unternehmen notwendig sind, damit Frauen langfristig in MINT-Berufen bleiben wollen.
Wie die Ost schreibt, soll es nicht bei den theoretischen Erkenntnissen bleiben. Die Fachhochschule arbeite mit mehreren Unternehmen zusammen, darunter Liip und Bühler. Basierend auf den Ergebnissen der Befragung wollen diese Unternehmen Massnahmen umsetzen. Ziel sei es, die Erkenntnisse bis 2025 in den Partnerunternehmen gezielt in die Praxis umzusetzen. "Wir sind zuversichtlich, mit dieser Forschungsarbeit neue oder andere Möglichkeiten zu eruieren, mit denen wir unsere Rahmenbedingungen weiter optimieren können", sagt Denis Haramincic, Business Development bei Liip, in der Mitteilung.
Die Projektbeteiligten planen ausserdem, einen Empfehlungskatalog zu erstellen, der auch Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, die nicht am Projekt beteiligt waren.
Neben Liip und Bühler gehören Infinicon, Linde Kryotechnik und Ruag zu den Partnerunternehmen. Daneben wird das Projekt von IT Rockt, dem Center for Diversity & Inclusion der Uni St. Gallen, Swissmem, der Schweizerischen Vereinigung der Ingenieurinnen, SATW Swiss Tecladies und Techface unterstützt.

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