Was White-Hat-Hacker über KI denken

6. Dezember 2023 um 13:25
image
Foto: Danny Lines / Unsplash

Machen neue KI-Tools die Aufgaben der Cybersicherheit einfacher oder schwieriger? Selbst ethische Hacker sind sich bei dem Thema nicht einig.

Mehr als die Hälfte von ethischen Hackern gab in einer Umfrage an, bereits KI-Tools in irgendeiner Art einzusetzen. Für 14% sind generative Künstliche Intelligenzen sogar ein wichtiges Werkzeug bei ihrer Arbeit. Dabei nutzen 66% KI, um bessere Reports zu verfassen, weitere 53% schreiben Code damit und 33% können dank der Technologie Sprachbarrieren überwinden.
Diese Ergebnisse stammen aus einer Befragung des Cybersecurity- und Bugbounty-Anbieter Hackerone, die im März dieses Jahres unter über 100 Security-Spezialistinnen und -Spezialisten in den USA durchgeführt wurde. Ein Teil der Studie befasste sich auch mit dem Einsatz und den Gefahren von Künstlicher Intelligenz.
Demnach befürchtet über die Hälfte der White-Hat-Hacker befürchtet, dass KI-An­wen­dung­en in den nächsten Jahren selbst zum Ziel von Cyberangriffen werden. "Mittler­weile gibt es zahlreiche Angriffsvektoren für KI-gestützte App­li­ka­tion­en", sagte einer der ethischen Hacker. Als Beispiel nannte er Zugänge zu internen Dokumenten, die Chatbots ausplaudern könnten. So geschehen erst kürzlich bei Amazon.

Unterschiedliche Meinungen

Das führt auch gleich zu einer Kontroverse in der Umfrage: 38% der befragten Personen glauben, dass kritische Sicherheitslücken in IT-Systemen durch das Monitoring mit KI reduziert werden können. 43% befürchten, dass es dadurch zu einer Zunahme von neuen Schwachstellen kommen wird.
Weil sich die Applikationen zudem sehr schnell und ständig weiterentwickeln würden, käme oft auch die Sicherheit zu kurz, erklärte der Spezialist. Deshalb wollen sich 61% der befragten Hacker die Technologien zunutze machen, um neue Tools zu entwickeln, die mehr Sicherheitslücken aufdecken und so zur Cybersecurity beitragen können.

Möchten Sie uns unterstützen?

Inside IT steht für unabhängigen und qualitativ hochwertigen Journalismus. Unsere Inhalte sind kostenlos verfügbar und bleiben dies auch weiterhin. Umso mehr würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit und unsere Recherchen mit einem Betrag Ihrer Wahl unterstützen. Vielen Dank!
Jetzt unterstützen



Loading

Mehr zum Thema

image

Cyberkriminelle stehlen schützenswerte Daten von Franz Carl Weber

Die Ransomware-Bande Black Basta behauptet, über 700 GB an Daten des Spielwaren-Händlers ergaunert zu haben. Darunter finden sich vor allem persönliche Daten von Angestellten. Das Mutterhaus bestätigt den Angriff.

publiziert am 1.3.2024 1
image

Zürcher Securosys stellt Sicherheits­modul für Post-Quantum-Welt vor

Das neue Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) unterstützt aktuelle wie auch die neuen Quanten-sicheren Algorithmen und soll sich so für den hybriden Einsatz eignen.

publiziert am 1.3.2024
image

Podcast: Sind die Bemühungen gegen Ransomware-Banden aussichtslos?

Lockbit und Alphv wurden zerschlagen – und waren Tage danach wieder aktiv und drohen mit Vergeltung. Wir diskutieren, ob die Bemühungen gegen Ransomware aussichtslos sind.

publiziert am 1.3.2024
image

Ivanti-Backdoors können Factory-Resets überleben

Das bisherige Integrity-Checker-Tool von Ivanti konnte zudem manche Infektionen nicht finden, warnt die US-Sicherheitsbehörde Cisa.

publiziert am 1.3.2024