Weniger Fintechs holen mehr Risikokapital

9. März 2022, 15:34
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Foto: Lala Azizli on Unsplash

Zum ersten Mal seit 6 Jahren ist die Anzahl Fintech-Unternehmen in der Schweiz zurückgegangen. Die bestehenden Firmen haben aber besser gewirtschaftet.

384 Fintechs hatten Ende 2021 ihren Sitz in der Schweiz. Das sind 5% weniger, als ein Jahr zuvor. Dass die Anzahl Fintech-Unternehmen damit erstmals seit dem Jahr 2015 zurückgegangen ist, hat die Hochschule Luzern in der siebten Ausgabe ihrer jährlichen "IFZ Fintech Study" ermittelt.
Der Rückgang bei der Anzahl Unternehmen sei nicht per se eine schlechte Nachricht, schreiben die Studienautoren. Bei den bestehenden Fintechs sei der Medianwert der Anzahl Mitarbeitenden wie auch jener der Gesamtfinanzierung angestiegen. Dies, "nachdem diese Kennzahlen im letzten Jahr stagnierten beziehungsweise sich sogar rückläufig entwickelten".
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Die Risikokapitalaktivität im Schweizer FinTech-Sektor erreichte im Jahr 2021 ein Rekordniveau (Abb: HSLU)

Der Studie zufolge haben Schweizer Fintechs vergangenes Jahr insgesamt 87 Finanzierungsrunden mit einem Volumen von 446 Millionen Franken durchgeführt. Das übertrifft die Volumina von 2019 (210 Millionen) und 2020 (259 Millionen) bei weitem. Bemerkenswert ist insbesondere die Entwicklung seit der ersten Erhebung im Jahr 2015: Damals führten 25 Finanzierungsrunden zu einem Volumen von 27 Millionen Franken.
Der "Swiss Venture Capital Report 2022" kommt zu vergleichbaren Ergebnissen. Das in der Schweiz investierte Risikokapital ist demnach im Vergleich zu 2021 um 44% gestiegen. Es sei in insgesamt 355 Finanzierungsrunden ein Rekordbetrag von gut 3 Milliarden Franken in Startups investiert worden, wobei der grösste Anteil davon Fintechs und Insuretechs zugutekomme.

Fokus auf Geschäftskunden

"Die Tendenz der Fintech-Unternehmen, sich auf B2B-Geschäftsmodelle zu konzentrieren, hat im letzten Jahr weiter zugenommen", so die Autoren der IFZ-Studie. Die Firmen hätten auf Themen wie Analytics, künstliche Intelligenz oder Big Data gesetzt. Das ist indes kein Wunder bei Startups, sind es doch genau die Schlagwörter, die für den nötigen "Buzz" bei Finanzierungsrunden sorgen.

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