Workday will in der Schweiz bei KMU und Behörden wachsen

27. Mai 2024 um 13:53
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Workday-Hauptsitz in Pleasanton, Kalifornien. Foto: zVg

Der Business-Software-Spezialist will hierzulande weiter wachsen: mit einem neuen Büro, Investitionen und verstärktem KI-Einsatz.

Der Spezialist für HR-, Finanz- und Planungslösungen Workday wächst. Im ersten Quartal 2024 belief sich der globale Umsatz auf 1,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr. Nach eigenen Angaben zählt das US-Unternehmen über 10'000 Kunden weltweit. In der Schweiz sind es rund 1000 Unternehmen mit insgesamt 280'000 Usern, die Workday nutzen, erklärten Vertreter an einem Medienanlass in Zürich. Im ersten Quartal habe man hierzulande vor allem bei der KMU-Kundenbasis wachsen können.
Konkrete Umsatzzahlen für die Schweiz nannte Frédéric Alran, Vice President Alps, nicht. "Aber die Schweiz glänzt sowohl im europäischen als auch im internationalen Vergleich." Man sei "entschlossen, weiter zu wachsen und zu investieren". In den letzten zwei Jahren habe man das hiesige Team verdoppelt und aktuell auch Stellen ausgeschrieben. Das Unternehmen wolle lokal präsent und nahe bei den Kunden sein, sagte Alran. Im Juli wird deshalb ein neues, grosses Büro am Utoquai in Zürich eröffnet.

Partnernetz soll erweitert werden

Ergänzend zu den bestehenden Kunden wie Roche, TX Group, Hamilton und Gate Group sei Workday kürzlich neue strategische Partnerschaften unter anderem mit Softwareone und Weleda eingegangen. Bei Softwareone habe man acht Monate gebraucht, um mit der Plattform live zu gehen. Eine Geschwindigkeit, die im Mediengespräch immer wieder betont wurde. Grosse Kunden, die Workday vor allem für Transformationsprojekte nutzen würden, bräuchten 12 bis 15 Monate für die Umsetzung. Bei KMU benötige man 5 bis 7 Monate, um ERP-Projekte inklusive einheitlicher Prozesse und Analytics einzuführen. "95% von unseren Projekten sind on-time und on-budget", wurde betont.
Schweiz-Chef Alran möchte sich noch stärker auf potenzielle KMU-Kunden ausrichten. Der öffentliche Sektor habe hingegen bis jetzt noch keine erste Priorität gehabt, erklärte er auf Nachfrage. "In den USA ist Workday jedoch auch dort präsent. Ich wünsche mir, dass das künftig in der Schweiz ebenso zunimmt und wir Behörden als Kunden gewinnen." Workday erweitere zudem sein Partnernetz im DACH-Raum, vor allem in den Bereichen Advisory, Innovation und Vertrieb.

Generative KI ist in der Testphase

Beim Wachstum soll auch der verstärkte Einsatz von KI helfen, erklärte Jens Löhmar, CTO Kontinentaleuropa & DACH. "Wir haben aktuell 50 KI-Use-Cases, die genutzt werden können." Mit eigenen Large Language Models und generativer KI gehe es ebenfalls vorwärts. "Auf der Roadmap sind 25 Use Cases für GenAI. Sechs davon werden bereits von Unternehmen als Early Adopters genutzt und getestet."
Workday habe im vergangenen Jahr über 800 Milliarden Transaktionen auf seiner Plattform prozessiert, die durch über 65 Millionen User getätigt wurden. "Diese hohe Anzahl an qualitativ hochwertigen Daten ist einer unserer Kernvorteile. Diese Datenqualität ist wichtig, um nachher wirklich auch zu guten Empfehlungen zu kommen, die für den einzelnen Benutzer oder für die Organisation tatsächlich einen Mehrwert bieten", sagte Löhmar. Die Daten der Kunden würden dabei niemals die KI-Entwicklungsumgebung von Workday verlassen. "Wir arbeiten nicht mit öffentlichen Modellen, sondern immer mit privaten."
Löhmar sagte weiter, der KI-Ansatz von Workday stelle stets den Mensch ins Zentrum. Diesen Ansatz betonte ebenso EMEA-CTO Clare Hickie in einem Gespräch mit inside-it.ch im Februar über die KI-Pläne des Unternehmens. "Wir automatisieren mit KI keine Entscheidungen."

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