Yokoy kündigt seinen Vertrag mit Bexio

22. September 2022, 08:48
letzte Aktualisierung: 28. September 2022, 07:27
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Automatisierte Spesenabrechnung ist eine Spezialität von Yokoy. Foto: Towfiqu Barbhuiya / Unsplash

Weiteres Ungemach für Kunden des Business-Software-Anbieters. Das Fintech Yokoy will sich künftig auf mittlere und grosse Kunden fokussieren.

Der Ärger für Kunden von Bexio wird nicht kleiner – zumindest für einige. Das Schweizer Fintech Yokoy hat den Vertrag mit dem Business-Software-Anbieter gekündigt und macht die Integration seiner Lösung innert drei Monaten rückgängig. Kunden von Bexio können ab Ende Jahr ihre Quittungen und Belege nicht mehr via Yokoy verbuchen. Man wolle sich auf mittlere und grosse Unternehmen fokussieren, begründet das Fintech den Schritt.
Den Kundenfokus teilte Yokoy schon im Frühling mit, als die Firma 80 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde sammeln konnte. Das 2019 gegründete Fintech verweist in seinen FAQ darauf, dass kleinere Kunden aufgrund der Standardintegration etwa bei Bexio ebenfalls bedient werden könnten. Allerdings würden diese nicht im selben Masse von den Funktionen profitieren wie Grosskunden, für deren komplexe Struktur die Software ausgelegt sei.
In einer Mitteilung an einen Kunden schreibt das Fintech nun: "Wir sind uns bewusst, dass unser Entscheid mit Aufwand auf Eurer Seite einhergeht. Deshalb liegt es uns am Herzen, Euch eine Alternative zu Yokoy zu bieten, die mit Bexio integrierbar ist." Man könne auf Kontera umsteigen und bekomme dafür Unterstützung, heisst es weiter. Kontera führt demnächst Webinare für die Kunden von Yokoy durch.
Der Umstieg muss spätestens 2023 abgeschlossen sein, dann gibt es nur noch einen Read-only-Zugriff auf die Yoyko-Accounts bei Bexio, um die Rechnungen in einem Archiv aufbewahrt zu haben. Gültige Lizenzverträge würden mit Kontera weiterlaufen, es sollen keine zusätzlichen Kosten anfallen, verspricht Yokoy, das monatlich 39 Franken von Bexio-Kunden verlangte. Wenn man nicht wechseln will, läuft die aktuelle Vertragslaufzeit aus, danach wird die Plattform für Bexio-Kunden nicht mehr zur Verfügung stehen.
Man plane keine weiteren Umstellungen, wie jene im Zusammenhang mit Bexio, schreibt eine Yokoy-Pressesprecherin auf Anfrage von inside-it.ch.
Bexio zählt eigenen Angaben zufolge 50'000 Kunden in der Schweiz. Die Firma führt unter der Kategorie Einkauf und Spesen 10 Anbieter auf ihrer Plattform. Sie sorgte erst im Frühling für Schlagzeilen, weil sie ihre Kunden nahezu nötigte, neue AGB mit der Einwilligung zur Datenweitergabe an die Muttergesellschaft Mobiliar zu akzeptieren.
Korrigendum 15.30 Uhr: In einer früheren Version des Artikels stand, dass Yokoy mit Abacus und Proffix einen Vertrag habe. Das ist nicht korrekt, es handelt sich lediglich um Schnittstellen.

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