Zentralschweiz erhält Onlineportal für Kulturgüter

25. Mai 2022 um 09:43
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Ein "Automobil" vor dem Gasthaus Bahnhof in Giswil um 1910. Foto: Josef Abächerli / zentralgut.ch

Neben Bildern und Texten können auch Ton- und Videodokumente sowie dreidimensionale Objekte recherchiert und in bestmöglicher Qualität angesehen werden.

Die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB) hat ein Portal für Zentral­schweizer Kulturgut lanciert. Die Plattform soll ein "Schaufenster für digitales Kulturgut aus der gesamten Region" sein und interessierten Institutionen für die Digitalisierung und Veröffentlichung ihrer Bestände offen stehen, schreibt die ZHB in einer Medienmitteilung. Sämtliche Werke sollen online frei zu­gäng­lich sein und durch strukturierte Recherchemöglichkeiten auffindbar sein. "Das Publikum bekommt so jederzeit Zugang zum vorher oft in Tresoren und Archiven verborgenem Kulturgut und kann aktiv dabei mithelfen, es zu bewahren, zu erweitern und noch besser zu erschliessen", freut sich ZHB-Direktor Benjamin Flämig über die Lancierung des Projekts.
Eine erste Sondersammlung der ZHB ist bereits online einsehbar. Gut zwei Jahre dauerte die Entwicklung der Plattform mit dem Namen "Zentralgut". Gemäss der Bibliothek soll die Softwarelösung die Institutionen bei der Herstellung von digitalisiertem Kulturgut unterstützen. Alle nötigen Arbeits­schritte wie Scannen, Erschliessen, Volltexterkennung und Qualitäts­prüfung werden in einem einzigen Tool ausgeführt und lassen sich an die Bedürfnisse der jeweiligen Organisation anpassen. Dies soll auch für die Präsentation der digitalen Objekte gelten, so die ZHB.

Kollektives Wissen schaffen

Nicht nur Institutionen, sondern auch Privatpersonen seien eingeladen, ihr Wissen über die Region zu teilen, schreibt die ZHB. Sie sollen bestehende Objekte im Portal kommentieren, korrigieren und mit anderen Personen teilen sowie zu einer persönlichen Sammlungen hinzufügen können. Eine Upload-Funktion soll zudem die Möglichkeit bieten, der digitalen Sammlung eigene Kulturgüter beizusteuern. Mit Crowdsourcing-Aktionen soll auch das Wissen der breiten Öffentlichkeit genutzt werden. Eine erste solche Kampagne wurde bereits lanciert: Gesucht werden genaue Ortsangaben zu gewissen Sujets.
Die Idee für ein gemeinsames Portal und den Aufbau einer solchen Plattform sei 2017 vom Verein Kunstbibliothek initiiert worden, steht in der Mitteilung. Neben der ZHB Luzern gehören auch das Kunstmuseum Luzern und die Hochschule Luzern – Design & Kunst dem Projekt an. Aktuell beteiligen sich weiter das Schweizerische Nationalmuseum, das Historische Museum Luzern, die Bibliothek Zug, das Staatsarchiv Obwalden, der Verein Memoriav sowie mehrere Luzerner Quartiervereine an "Zentralgut". Die Teilnahme von weiteren, interessierten Kultur- und Gedächtnisinstitutionen aus der Zentralschweiz sei jederzeit möglich, so die ZHB.

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