Zoom-Boom gebremst

23. August 2022, 08:45
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Zoom konnte bisher von der eiligen Umstellung auf Homeoffice profitieren. Foto: Harlesdeluvio / Unsplash

Der Videokonferenzdienst erwartet im Consumer-Geschäft sinkende Umsätze und will sich umorientieren.

Dem Videokonferenz-Dienst Zoom macht nach dem Boom zu Beginn der Corona-Pandemie nun langsameres Wachstum zu schaffen. Im vergangenen Vierteljahr gab es im Jahresvergleich nur noch ein Umsatzplus von 8% auf knapp 1,1 Milliarden Dollar.
Das teilte Zoom nach US-Börsenschluss mit. Unter dem Strich sank der Gewinn im Ende Juli abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal auf 45,7 Millionen Dollar von noch 316,9 Millionen Dollar vor einem Jahr. Einer der Gründe waren deutlich gestiegene Marketing-Ausgaben.
Zoom, ursprünglich entwickelt für den Einsatz in Unternehmen, wurde in der Corona-Pandemie schlagartig zu einem Massenprodukt. Nicht nur Firmen griffen zu der Software, um ihre Geschäfte im Homeoffice weiterzuführen, sondern auch Konsumentinnen und Konsumenten nutzten sie etwa für Familientreffen oder Yoga-Stunden. Dieses explosive Wachstum flaute aber bereits mit dem Abbau der Corona-Einschränkungen ab.

Fokus auf grosse Unternehmen

Zoom fokussiert sich nun auf grosse Unternehmenskunden und unter anderem das Geschäft mit Callcentern, um den Grundstein für neues Wachstum zu legen. Zur Strategie gehört auch, die starke Position bei Videokonferenzen zu nutzen, um Firmenkunden auch Sprachtelefonie anzubieten. In diesem Bereich sei das vergangene Quartal das bisher beste gewesen.
Im Online-Geschäft, das Zoom vor allem mit Verbrauchern und kleinen Unternehmen macht, wird für das laufende Geschäftsjahr ein Rückgang von 7 bis 8% erwartet. Zuvor rechnete Zoom hier mit stagnierenden Erlösen. Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr senkte Zoom von zuvor gut 4,5 Milliarden Dollar auf knapp 4,4 Milliarden Dollar.
Die Anleger liessen die Aktie im nachbörslichen US-Handel um rund 8% fallen.

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