Zwei IT-Projekte können nicht von EU-Geldern profitieren

17. März 2022, 15:09
  • politik & wirtschaft
  • eth
  • eu
  • horizon
  • schweiz
image
Foto: ETH Zürich/Alessandro Della Bella

Forschende der ETH Zürich haben einen Consolidator Grant von Horizon Europe bekommen. Da die Schweiz nicht mehr voll assoziiert ist, muss die Schweiz für die Gelder aufkommen.

Die ETH meldet, dass 4 ihrer Forschenden nicht in den Genuss von Forschungsgeldern des EU-Forschungsrates kommen. Trotz Consolidator Grant erhalten diese die rund acht Millionen Franken an Forschungsförderung vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).
Seit die Schweiz nicht mehr mit dem Forschungsabkommen Horizon assoziiert ist, können die hiesigen Spitzenforschenden nicht mehr von den sogenannten Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) profitieren. Das sei insofern bedauerlich, weil diese "Grants, die anhand von strengen wissenschaftlichen Kriterien vergeben werden, hoch dotierte und prestigeträchtige Auszeichnungen" sind, wie uns kürzlich Franziska Schmid, Mediensprecherin der ETH Zürich erklärte.
Zur aktuellen Situation führt Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung an der ETH Zürich, aus: "Wir stehen wieder vor der Situation, dass die Projekte der ETH-Forschenden zwar zu den besten in Europa gehören, aber die Forschenden trotzdem auf die renommierten Grants verzichten müssen." Dies schmerze besonders, weil auch in dieser ERC-Runde die Forschenden der ETH Zürich sehr erfolgreich waren. Von den 12 eingereichten Projekten seien 6 in die letzte Runde gekommen und 4 letztlich ausgewählt worden. Zudem sei ein weiterer Consolidator Grant von einem ETH-Forscher mit Doppelprofessur über die Universität Basel eingeworben worden.
Künftig wird sich laut ETH die Situation noch zuspitzen, da die Forschenden in der Schweiz komplett von der Einzelförderung des ERC ausgeschlossen würden. "Neu braucht es in jedem Fall für Eingaben bei Horizon Europe mindestens drei wissenschaftliche Partner aus der EU oder einem assoziierten Land. Alleine geht leider gar nichts", so Günther.

Diese IT-Forschungen sind betroffen

Konkret hat es laut der Mitteilung der ETH mit Otmar Hilliges und Martin Vechev auch 2 Informatik-Professoren getroffen. Hilliges entwickle Methoden, dank denen Computer visuelle Informationen wahrnehmen können (Computer Vision). Seine Forschung habe zum Ziel, menschliche Bewegungen und Tätigkeiten präziser zu erkennen und in hochaufgelöste digitale 3D-Information umzuwandeln: "Er wird dazu ein neues 3D-Modell des Menschen entwickeln, das als Basis dienen wird für neue Methoden der künstlichen Intelligenz", heisst es weiter. Anwenden könne man dies dereinst zum Beispiel bei Pflegerobotern, im Bereich Augmented Reality und Virtual Reality sowie zur Bewegungsanalyse in den Sportwissenschaften und bei Sportübertragungen.
Vechev entwickle Methoden, um Computersysteme zuverlässiger, belastbarer und sicherer zu machen. Seine Forschung widme sich Systemen des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz und der Entwicklung neuer Technologien für die nächste Generation von Deep-Learning-Systemen. Wie die ETH weiter schreibt, sei ein zentraler Ansatz dabei, dass die dahinterliegenden Algorithmen mathematisch zertifizierbar sind in Bezug auf Sicherheit, Fairness und Belastbarkeit.

Loading

Mehr zum Thema

image

Neues digitales Organspenderegister soll 2025 kommen

Das BAG prüft in einer internen Studie verschiedene Umsetzungsvarianten eines neuen digitalen Organspenderegisters – mit und ohne staatliche E-ID.

publiziert am 30.11.2022 2
image

Datenschutzbedenken wegen M365: Microsoft wehrt sich heftig

In Deutschland, Frankreich und der Schweiz stehen M365-Anwendungen in der Kritik der Datenschützer. Microsoft erklärt, die Bedenken seien "dogmatischer Selbstzweck".

publiziert am 30.11.2022
image

Neuer Huawei-Chef für die Schweiz

Michael Yang folgt auf den ehemaligen Schweiz-Chef Haitao Wang im Rahmen einer normalen Rotation. Ausserdem hat die Reorganisation in Europa keine Auswirkungen auf die Schweiz

publiziert am 30.11.2022
image

E-Mails, SMS & Co.: EU will einfacher an digitale Daten kommen

Ermittler in der EU sollen zur Verfolgung schwerer Straftaten einfacher und schneller Zugang zu elektronischen Beweismitteln bekommen – unabhängig davon, ob sie verschlüsselt sind.

publiziert am 30.11.2022 2