Chiphersteller Micron streicht rund 5000 Stellen

22. Dezember 2022 um 12:54
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Chip-Fabrik in Singapur. Foto: Micron

Nach hohen Verlusten kündigt der US-Konzern eine Entlassungswelle an. Auch die Produktion wird zurückgefahren.

Der Halbleiterkonzern Micron tritt auf die Kostenbremse. So sollen Investitionen massiv zurückgefahren werden, wie das Unternehmen am 21. Dezember nach Börsenschluss mitteilte. Im vergangenen Oktober hatte bereits Konkurrent Intel nach einem Umsatzrückgang signifikante Stellenkürzungen bekannt gegeben.
Micron will im Verlauf des kommenden Jahres 10% der zuletzt bestehenden 48'000 Stellen abbauen. Laut 'CNBC' erklärte der Konzern, der Abbau solle "durch eine Kombination aus freiwilligen Kündigungen und Entlassungen" erfolgen. Auch sollen Boni unternehmensweit gestrichen werden und die Gehälter im Management sinken. Zudem wurde ein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Bereits im vergangenen Monat hatte der Konzern angekündigt, die Produktion um rund 20% zurückzufahren.
Sanjay Mehrotra, CEO von Micron, erklärte, dass es ein zu hohes Halbleiter-Angebot und zu wenig Nachfrage gebe, was dazu geführt habe, dass das Unternehmen grössere Lagerbestände halte. "In den letzten Monaten haben wir einen dramatischen Rückgang der Nachfrage gesehen", sagte Mehrotra gemäss 'CNBC'.
Micron verzeichnete im ersten Geschäftsquartal (per 1. Dezember) einen rapiden Umsatzrückgang. Sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr hat das Unternehmen weniger Geld eingenommen. Die Erlöse sanken auf rund 4,1 Milliarden US-Dollar, nachdem in den drei Monaten zuvor noch 6,6 Milliarden Dollar umgesetzt wurden. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 195 Millionen Dollar.
Auch die weitere Entwicklung sieht eher trübe aus. Nach Angaben des Konzerns dürfte es schwierig werden, 2023 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.
Im August 2022 hatte der Konzern noch angekündigt, in den nächsten Jahren 40 Milliarden Dollar in Produktionsstätten in den USA zu stecken. Momentan befindet sich noch ein grosser Teil der Chip-Fertigung von Micron im Ausland. Mit den Investitionen sollen auch 5000 neue Jobs entstehen, hiess es damals.

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