Der US-Konzern entlässt mehr als 18'000 Mitarbeitende. Nach Jahren des Wachstums ist das die grösste Job-Streichung seit der Gründung 1994.
Amazon entlässt gemäss 'Wall Street Journal' mehr als 18'000 Mitarbeitende – 80% als ursprünglich geplant. Erst im November berichtete die 'New York Times' unter Berufung auf Insider, dass der in Seattle ansässige Konzern tausende Jobs abbauen werde. Damals war jedoch noch von 10'000 Stellen die Rede.
Es würde sich dabei Stand heute um die grösste Entlassungswelle seit der Gründung von Amazon im Jahr 1994 handeln. Der Personalabbau von rund 18'000 Mitarbeitenden mache rund 1,2% der 1,5 Millionen weltweiten Beschäftigten aus.
"Amazon hat in der Vergangenheit ungewisse und unsichere Wirtschaftslagen durchgestanden und wird dies auch weiterhin tun", erklärte Amazon-Chef Andy Jassy nun in einem Blogbeitrag in Bezug auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten in der Branche. Die meisten Kürzungen werde man in Einzelhandels- und Rekrutierungsbereichen vornehmen. Zuvor hatte es bereits unter anderem die Devices- und Services-Gruppe getroffen, die für Alexa und den Echo-Lautsprecher zuständig ist.
Laut Jassy wollte das Führungsteam direkt mit den betroffenen Personen sprechen. Da ein Teamkollege die Information jedoch extern weitergegeben hätte, sei dies nicht mehr möglich. Man beabsichtige, ab dem 18. Januar die gekündigten Mitarbeitenden zu benachrichtigen.
Im Jahr 2022 hätten 153'160 Angestellte ihren Arbeitsplatz in US-Tech-Unternehmen verloren, berichtet zudem Layoffs.fyi, eine Informations-Website über Entlassungen in verschiedenen Branchen. Das sind zehnmal mehr als noch im Vorjahr.
Grafik: Layoffs.fyi
Insgesamt zeigt die Liste: 1172 Tech-Unternehmen bauten im vergangenen Jahr Personal ab. Die gesammelten Daten sollen aber nicht vollständig für bare Münze genommen werden, heisst es bei 'Siliconangle.com'. Sie basieren sowohl auf Medienberichten als auch auf Unternehmensankündigungen. Trotzdem zeigen die Zahlen, wie schnell sich die Tech-Branche wandelt. Im ersten Quartal 2022 wurden branchenweit weniger als 10'000 Stellenstreichungen gemeldet. Bis im Mai hatte sich diese Zahl verdoppelt und bis Ende Jahr stieg sie rapide noch weiter in die Höhe.