Nach Startproblemen beim Versand der Steuerunterlagen sieht sich der Kanton Zürich mit einer weiteren IT-Panne konfrontiert. Wie die '
Neue Zürcher Zeitung' (Paywall) berichtet, waren rund 18'000 online eingereichte Steuererklärungen von einer technischen Störung betroffen.
Konkret konnten digitale Belege wie Lohnausweise oder Krankenkassenabrechnungen in den Bildarchiven gewisser Gemeinden zeitweise nicht eingesehen werden. Die Daten seien zwar korrekt übermittelt worden, hätten den Steuerämtern jedoch für die Prüfung nicht vollständig zur Verfügung gestanden.
Die Störung betraf einen zentralen Verarbeitungsschritt: Eingereichte Unterlagen werden im kantonalen System digitalisiert und anschliessend den Gemeinden zur Kontrolle bereitgestellt. Aufgrund des Problems konnten teilweise nur die Hauptformulare eingesehen werden, nicht aber die dazugehörigen Belege, wie die 'NZZ' erfuhr.
Die Finanzdirektion spricht von einer "internen Störung", die inzwischen behoben sei. Derzeit würden die fehlenden Dokumente nachträglich in die Systeme eingespielt. Ursprünglich hätte dieser Prozess bereits abgeschlossen sein sollen.
Gemeinden warten weiter auf Daten
Gemäss Bericht sind jedoch auch nach Ablauf der angekündigten Frist noch nicht alle Unterlagen verfügbar. Einzelne Gemeinden warten weiterhin auf die fehlenden Belege. Unklar bleibt, wann die Daten vollständig nachgeliefert werden. Sollte dies nicht gelingen, könnten Steuerpflichtige aufgefordert werden, bereits eingereichte Dokumente erneut zu übermitteln. In einzelnen Fällen sind solche Aufforderungen offenbar bereits verschickt worden – ohne Hinweis auf die zugrunde liegende IT-Störung.
Wie viele Gemeinden betroffen sind und wie viele Steuerpflichtige Unterlagen doppelt einreichen mussten, ist bislang nicht bekannt. Die Finanzdirektion machte dazu keine Angaben. Auch eine proaktive Information der Öffentlichkeit erfolgte nicht. Die Behörde betont gegenüber 'NZZ' jedoch, dass die Daten "jederzeit sicher und im System vorhanden" gewesen seien. Betroffenen Personen wird empfohlen, sich bei Rückfragen direkt an das zuständige Steueramt zu wenden.
Bereits zuvor war es beim Versand der Steuerunterlagen zu Fehlern gekommen: Mehrere Gemeinden hatten Steuerpflichtige fälschlicherweise auf die
nicht mehr unterstützte Software "Private Tax" hingewiesen. Die Offline-Software wurde per Jahresbeginn vollständig durch die Online-Lösung ZHprivateTax abgelöst.