In einer Finanzierungsrunde sammelte das Startup Besso mit Sitz in Bern rund 4 Millionen Franken ein. Die Finanzierung stammt von einem einzelnen grossen europäischen Familiy Office, das anonym bleiben möchte, wie '
EU-Startups' berichtet. Besso habe gezielt nach einem einzelnen, aber dafür langfristigen Investor gesucht.
"Wir haben Besso stets ganz bewusst an der tatsächlichen Kundennachfrage ausgerichtet und nicht an Finanzierungsmeilensteinen", sagt Philip Sieber-Gasser, Gründer und CEO von Besso. "Die Dynamik, die wir derzeit beobachten, zeigt uns, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um aggressiver in das Wachstum zu investieren. Dass ein einziger langfristiger Investor die gesamte Finanzierungsrunde übernimmt, verschafft uns sowohl die Ressourcen als auch den Fokus, genau das zu tun."
Besso verfügt über ein Team mit juristischer Recherchekompetenz und arbeitet mit akademischen Institutionen wie dem Geneva Graduate Institute, dem World Trade Institute und der ETH Zürich zusammen, wie es weiter heisst. Zum Beirat gehören unter anderem Jean-Daniel Gerber, ehemaliger Schweizer Staatssekretär für Wirtschaft, sowie weitere Experten aus den Bereichen Handelsrecht und Künstliche Intelligenz.
Mit den neuen Mitteln will das ehemalige Venture-Leaders-Startup sein Team vergrössern, die Kapazitäten für die Betreuung seiner wachsenden internationalen Kundschaft ausbauen und die Technologieplattform weiterentwickeln. Dazu sind weitere Investitionen in die Produktentwicklung sowie in Forschung und Entwicklung geplant.
Das Startup habe bereits einen starken Kundenstamm mit globalen Unternehmen aufgebaut – darunter Danone, Unilever, AB-InBev, BASF, Coca-Cola, Heineken, Philip Morris International und Syngenta. Nach Angaben des Unternehmens sind kürzlich weitere Fortune-500-Unternehmen der Plattform beigetreten.
KI-automatisiertes Zollmonitoring
Besso entwickelt eine KI-Plattform, um multinationale Konzerne dabei zu unterstützen, komplexe internationale Handelsvorschriften in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln. Gemäss dem Bericht überwacht und übermittelt die Plattform automatisch 1250 Handelsvorschriften und Zolltarife entlang globaler Handelsrouten. Die Plattform zeige den Unternehmen Möglichkeiten auf, wie sie durch Präferenzzölle und Freihandelsabkommen ihre Zollkosten senken können. Gleichzeitig würde sie manuelle und fehleranfällige Prozesse ersetzen, die in vielen Unternehmen noch auf Excel-Tabellen, PDF-Dokumenten und externer Beratung basieren.
Nach Angaben des Startups würden durchschnittlich 30% der für Zollvergünstigungen infrage kommenden Warensendungen die möglichen Vorzugszölle entgehen. Für mittelgrosse Importeure entstünden so jährliche Kosten zwischen 2 und 15 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verändern sich laut Besso entlang wichtiger Handelsrouten wöchentlich mehr als 7000 regulatorische Vorgaben.