Der Grosse Rat in Biel hat am Sessionstag einen Zusatzkredit für den geplanten Campus der Berner Fachhochschule (BFH) gesprochen. Die Gesamtkosten für den Campus der Berner Fachhochschule steigen damit auf 402,5 Millionen Franken. Der Kanton Bern will in Biel die beiden Fachhochschul-Departemente Technik und Informatik sowie Architektur, Holz und Bau konzentrieren.
Es gebe mehrere Gründe, weshalb die Realisierung des Campus teurer werde. Einerseits müsse Biel dafür eine Liegenschaft kaufen, um freie Bahn für die Bauarbeiten zu haben, heisst es im 'Bieler Tagblatt' (Printausgabe). Andererseits koste auch die Baufirma mehr Geld als im geplanten Gesamtkredit vorgesehen.
In einer ersten Ausschreibung hätte man kein Unternehmen gefunden, das die Arbeiten zu dem aufgeführten Preis erledigen wollte, berichtet die Zeitung. In einer zweiten Ausschreibung erhielt die Marti Gesamtleistungen AG den Auftrag für 327,5 Millionen Franken. Aus diesen Gründen sagte das Kantonsparlament nun Ja zum zweiten Nachkredit.
Laut dem Tagblatt hätte ein Nein den "Tod des Standorts Biel für die BFH bedeutet". Über 45 Millionen Franken wären dabei verloren gegangen. Zusätzlich müssten weitere Kosten aufgebracht werden, um die Baugrube des Campus wiederherzustellen.
Die Annahme war deshalb keine Überraschung. Die 94,7 Millionen Franken Zusatzkredit wurden bei einer Enthaltung einstimmig angenommen. Gegenwind bekam eher ein Antrag für noch mehr Geld. Der Mitte-Grossrat und Präsident des Berner Holzwirtschaftsverbands Lignum, Jürg Rothenbühler, wollte zusätzliche anderthalb Millionen Franken für den Bau mit Schweizer Holz. Doch auch dieser wurde schlussendlich knapp mit 68 zu 43 Stimmen genehmigt.
Im
vergangenen November konnte der Kanton den langjährigen Rechtsstreit mit einem Liegenschaftsbesitzer beenden, der sich gegen die Enteignung wehrte. Die Bauarbeiten für den Campus sollen Ende 2023 starten. Wenn alles glatt läuft, könnte der Campus 2027 eröffnet werden.