Bund baut IT-Personal deutlich aus

10. August 2026 um 11:08
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Foto: ParlCH /Rob Lewis

Die Bundesverwaltung beschäftigt 22% mehr Personal als 2007. Besonders stark wächst die Informatik: Das BIT hat seine Stellenzahl seit 2020 um mehr als 45% erhöht.

Die Bundesverwaltung wächst – auch im Bereich Informatik. Wie die 'Tamedia'-Zeitungen berichten, ist die Zahl der Vollzeitstellen beim Bund seit 2007 um 22% auf 39'202 gestiegen. Besonders deutlich falle der Ausbau bei den Informatikstellen aus.
Beim Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) nahm die Zahl der Vollzeitstellen seit 2020 um mehr als 45% zu. Rund zwei Drittel der 487 zusätzlichen Stellen stammen laut 'Tamedia' aus dem Verteidigungsdepartement (VBS). Dieses hat seit März 2023 seine Verwaltungsinformatik ins BIT überführt.
Auch die Bundeskanzlei verzeichnete in diesem Zeitraum ein starkes Wachstum. Die Zahl der Vollzeitstellen stieg von 216 auf 317. Ein Teil davon stehe direkt mit der Digitalisierung und Informatik in Verbindung: Elf Stellen wurden laut Bundeskanzlei für die digitale Transformation in den Departementen geschaffen, neun für Datenschutz und Öffentlichkeitsrecht sowie vier für die Social-Media-Strategie.

Informatikstellen werden verschoben

Der starke Anstieg bei der Bundeskanzlei bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche Stellen neu geschaffen wurden. Gemäss dem Bericht sind rund 80% des Wachstums auf die Übernahme von Aufgaben aus anderen Departementen zurückzuführen. Dazu würden 59 Stellen des Informatiksteuerungsorgans des Bundes gehören. Das Personal wurde 2020 vom Finanzdepartement in den bei der Bundeskanzlei angesiedelten Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI) überführt. Der Transfer sei damit haushaltsneutral erfolgt.
Auch beim BIT sei das Wachstum teilweise auf eine solche Neuorganisation zurückzuführen. Mit der Übernahme der Verwaltungsinformatik des VBS seien zahlreiche Stellen zentral beim Informatikamt angesiedelt worden..

E-ID als neue Aufgabe

Neben organisatorischen Verschiebungen führen auch neue Aufgaben zu zusätzlichem Personalbedarf. Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) habe seine Stellenzahl seit 2020 um 22,3% erhöht.
Gegenüber 'Tamedia' begründet EJPD-Sprecher Nicolas Hehl den Ausbau unter anderem mit "steigenden Herausforderungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Schweiz". Zudem habe das Departement neue Aufgaben übernommen, darunter die Entwicklung der E-ID.
Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wuchs gemäss Bericht seit 2020 um 11,1%. Als Gründe nennt das Departement unter anderem zusätzliche Aufgaben bei der Invalidenversicherung sowie die systematische Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien.

Digitalisierung als Argument in der Personaldebatte

Der Ausbau der Bundesverwaltung ist politisch umstritten. Für das laufende Jahr plant der Bund einen weiteren Anstieg auf insgesamt 39'460 Vollzeitstellen. Die politische Rechte fordert deshalb eine Begrenzung des Personalbestands und verweist dabei auch auf mögliche Effizienzgewinne durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass gerade die Digitalisierung zusätzlichen Personalbedarf schaffen kann. Neben der Entwicklung und dem Betrieb von IT-Systemen betrifft dies unter anderem Datenschutz, digitale Verwaltung und neue elektronische Dienstleistungen wie die E-ID.

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