Bundesrat bean­tragt 560 Millionen Franken für ERP-Projekte

13. Dezember 2019 um 14:43
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Der Bundesrat hat die "Botschaft zur Modernisierung von Supportprozessen" der Bundesverwaltung sowie von einsatzrelevanten Systemen im VBS verabschiedet.

Der Bundesrat hat die "Botschaft zur Modernisierung von Supportprozessen" der Bundesverwaltung sowie von einsatzrelevanten Systemen im VBS verabschiedet. Für das ERP-Grossprojekt wurden zwei Verpflichtungskredite beantragt: 320 Millionen für das zivile Programm "Superb" (vormals Superb23) und 240 Millionen Franken für das militärische Umsetzungsprogramm "ERP Systeme V/ar".
Seit rund 20 Jahren setzt die Bundesverwaltung in den Bereichen Finanzen, Logistik, Beschaffung, Immobilien und Personalwesen SAP-Software ein. Das aktuelle ERP-System werde nur noch bis Ende 2025 von SAP unterstützt, womit der Wechsel in der Bundesverwaltung unumgänglich sei, heisst es in einer Mitteilung des Bundesrats.
Für die Umsetzung der beiden Programme wird mit der Botschaft je ein Verpflichtungskredit beantragt. Die Gesamtkosten werden auf insgesamt rund 780 Millionen Franken geschätzt. In diesen Gesamtkosten sind neben den beiden Verpflichtungskrediten auch die Eigenleistungen enthalten, die über den Personalaufwand verrechnet werden. Die Schätzung sei mit "Unsicherheiten von 15 Prozent behaftet", heisst es in der Botschaft.
Kredite in drei Tranchen
Gemäss der Botschaft sollen die beiden neuen SAP-Systeme ab 2021 bis Anfang 2026 schrittweise umgesetzt werden. Die Freigabe der Verpflichtungskredite für die beiden Programme werden in jeweils drei Tranchen gebündelt. Die erste soll mit der Genehmigung der vorliegenden Verpflichtungskredite durch das Parlament erteilt werden. Die übrigen werden entsprechend dem Programmfortschritt vom Bundesrat freigegeben.
In der ersten Phase würden die Supportprozess-Kerne sowie das zentrale Stammdatensystem aufgebaut. Ausserdem werde geklärt, welche Cloud-Lösungen für die Bundesverwaltung eingesetzt werden könnten und wie sich die beschaffungsrechtliche Situation darstelle. In dieser Phase sollen die HR-Systeme teilweise umgestellt und erste Cloud-Lösungen in Betrieb genommen werden.
In der zweiten Tranche sollen Prozesse, die nicht zu den Supportprozess-Kernen gehören, konzipiert und in den neuen S/4Hana-Systemen aufgebaut werden, ist der Botschaft zu entnehmen. Beim VBS bedeute dies insbesondere die Einführung der Branchenlösung "Defense and Security", also im Kern die Erneuerung der gesamten Armee-Logistikprozesse. Zum Ende dieser Phase sollen die neuen Finanz-, Beschaffungs-, Immobilien- und Logistikprozesse sowie die einsatzrelevanten Systeme produktiv gesetzt werden.
In der dritten Phase sind gemäss Botschaft Optimierungen nach der Produktivsetzung und der Abschluss der Archivierungsarbeiten vorgesehen. Verläuft alles nach Plan, soll Anfang 2026 schliesslich die erste Staatsrechnung mit den neuen SAP-S/4Hana-Systemen erfolgen. (kjo)

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