Die Testphase für den digitalen Euro startet

2. Oktober 2020 um 14:52
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Die Europäische Zentralbank will interne Tests beginnen. Sie möchte damit offenbar auch privaten Initiativen wie Libra zuvorkommen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) "intensiviere die Arbeit am digitalen Euro", heisst es in einer Mitteilung vom heutigen 2. Oktober. Gleichzeitig wurde ein umfassender Bericht über die mögliche Ausgabe eines digitalen Euros veröffentlicht.
"Die Menschen in Europa bezahlen, sparen und investieren immer häufiger auf elektronischem Weg. Unsere Aufgabe ist es, das Vertrauen in unsere Währung zu sichern. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass der Euro für das digitale Zeitalter gerüstet ist. Wir sollten darauf vorbereitet sein, einen digitalen Euro einzuführen, sollte dies erforderlich werden", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Mögliche Szenarien für diesen Fall hätten Expertinnen und Experten der EZB und der 19 nationalen Zentralbanken in einer Taskforce des Eurosystems ermittelt. Eine erhöhte Nachfrage nach elektronischen Zahlungsmitteln im Euroraum sei ein solches Szenario. Aber auch, "die Einführung eines weltweiten privaten Zahlungsmittels, das aus regulatorischer Sicht bedenklich und mit Risiken für die Finanzstabilität und den Verbraucherschutz verbunden sein könnte". Dabei dürften die Zentralbanker auch auf die Anstrengungen Facebooks geschielt haben, mit Libra eine Digitale Währung zu etablieren. Weiter befürchtet die EZB, digitale Währungen könnten sich verbreiten, die ausserhalb des Euroraums emittiert werden.
Die EZB will nun ab dem 12. Oktober ein öffentliches Konsultationsverfahren starten, bei dem sich Bürger, die Finanzindustrie und Wissenschaftler einbringen können. Zusätzlich beginnt eine Testphase für den digitalen Euro, in der die EZB und die nationalen Notenbanken im Euro-Raum die technischen Möglichkeiten für die Umsetzung testen und Mindestanforderungen definieren wollen. Gegen Mitte 2021 will die EZB dann über den Start eines digitalen Euro-Projekts entscheiden.
Im Januar 2020 hatten die EZB sowie weitere Zentralbanken, darunter auch die Schweizer Nationalbank, bekannt gegeben, in einer neuen Gruppe Erfahrungen rund um eine digitale Währung auszutauschen.

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